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Trumps Wahlkampf : Teilnahme auf eigene Virus-Gefahr

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Die erste große Wahlkampfveranstaltung von Präsident Donald Trump nach Ausbruch der Corona-Pandemie fand am 20. Juni 2020 in Tulsa, Oklahoma, statt. Bild: Reuters

Trotz Corona-Pandemie kündigt Trump weitere Wahlkampfveranstaltungen an: Er liebt es, vor Tausenden jubelnden Anhängern aufzutreten. Dafür macht er nun auch Zugeständnisse, um die Gesundheit der Teilnehmer zu schützen.

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          Für seinen Wahlkampf hält Präsident Donald Trump trotz der jüngsten Zuspitzung der Corona-Pandemie in den Vereinigten Staaten an Großveranstaltungen fest. Am Samstag will er auf dem Flughafen von Portsmouth im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire im Freien vor Tausenden Anhängern sprechen. Alle Gäste müssen bei der Anmeldung zustimmen, dass sie „freiwillig alle Risiken“ übernehmen, die aus einer Corona-Infektion resultieren könnten, wie seine Kampagne am Sonntag erklärte. Trumps Wahlkampflager haftet dafür nicht. Teilnehmer würden aber „stark ermuntert“, bereitgestellte Masken zu tragen, hieß es.

          Der Auftritt wird Trumps zweite große Wahlkampfveranstaltung seit Beginn der Corona-Krise in den Vereinigten Staaten im März sein. Die erste Veranstaltung in einem geschlossenen Stadion fand vor knapp drei Wochen im Bundesstaat Oklahoma statt: In der Halle in Tulsa blieben Tausende Sitze leer, obwohl Trump erklärt hatte, dass sich rund eine Million Menschen kostenlose Tickets gesichert hätten.

          Der Präsident war heftig kritisiert worden, weil die Zahl der Corona-Neuinfektionen in dem Bundesstaat zu dem Zeitpunkt anstieg. Nur wenige Teilnehmer trugen bei der Veranstaltung eine Maske. Trump macht kein Geheimnis daraus, dass er den Mund-Nasen-Schutz als lästige Spaßbremse betrachtet. Vor wenigen Tagen hatte er seine Meinung geändert und gesagt, dass er für Masken sei.

          Auftritt im Freien und Masken-Empfehlung

          Mit der Ankündigung der Veranstaltung in New Hampshire kommt Trump jenen Kritikern zumindest ein Stück entgegen, die ihm vorwerfen, für seinen Wahlkampf die öffentliche Gesundheit zu gefährden. Der Auftritt am Samstag wird im Freien stattfinden, was Fachleute hinsichtlich einer möglichen Ansteckung als weniger gefährlich einschätzen – ein Risiko bleibt aber. Zudem empfiehlt Trumps Team nun das Tragen von Masken ausdrücklich, auch wenn es nicht verpflichtend sein wird. Die Corona-Lage in New Hampshire, einem Bundesstaat mit rund 1,35 Millionen Einwohnern, ist auch relativ entspannt. Dort wurden seit März nur rund 6000 bestätigte Infektionen gezählt.

          Weil der Republikaner Trump die Gefahr des Coronavirus immer wieder kleinredet, werfen ihm die Demokraten vor, im Kampf gegen die Pandemie aufgegeben zu haben. Joe Biden, der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten, will vor der Wahl am 3. November keine Großveranstaltungen abhalten, solange die Pandemie noch wütet. Trump liebt jedoch die Großveranstaltungen vor seinen Anhängern unter dem Motto „Make America Great Again“ und nimmt dafür auch Risiken in Kauf. In Tulsa wurden einige Mitarbeiter vor der Veranstaltung positiv getestet, hinterher Berichten zufolge auch Sicherheitsbeamte.

          Derzeit nehmen die Neuinfektionen in den amerikanischen Bundesstaaten im Süden und im Westen des Landes stark zu, etwa in Florida, Texas, Arizona und Kalifornien. Die Vereinigten Staaten meldeten zuletzt mehrmals rund 50.000 Neuinfektionen pro Tag – mehr als je zuvor. Seit Beginn der Pandemie gab es bereits rund 2,85 Millionen bestätigte Infektionen. Rund 130.000 Menschen sind nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 gestorben, wie Daten der Universität Johns Hopkins zeigen.

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