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Schläger für Trump : Wie gefährlich sind die „Proud Boys“?

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Der Gründer der „Proud Boys“ ist kein Unbekannter. Gavin McInnes, der die Gruppe 2016 ins Leben rief, hatte im Jahr 1994 das Medienunternehmen „Vice“ mit gegründet. Er verließ es 2007. Seither versuchte „Vice“, diverser zu werden und auch Frauen anzusprechen, während McInnes immer mehr nach rechts abdriftete und die „Proud Boys“ schließlich als Männerclub für von ihm so bezeichnete „westliche Chauvinisten“ schuf. Im Jahr 2018 kehrte er ihnen den Rücken, nachdem Mitglieder in Manhattan die Antifa-Anhänger zusammengeschlagen hatten. Ein Jahr zuvor hatte er sich im Sender NBC als „islamophob“ bezeichnet.

Beim Gebet: Zu den Anhängern der „Proud Boys“, hier in Portland am vergangenen Samstag, gehören auch Frauen.
Beim Gebet: Zu den Anhängern der „Proud Boys“, hier in Portland am vergangenen Samstag, gehören auch Frauen. : Bild: AP

Es gehört zu den Besonderheiten der amerikanischen politischen Kultur, dass sich gar nicht so selten auch Menschen rechts eingruppieren, die nicht weiß sind. Besonders Einwanderer aus lateinamerikanischen Staaten und ihre Nachkommen haben ihre eigene Geschichte mit anti-schwarzem Rassismus, Frauenhass und Antikommunismus. Der aktuelle Anführer der „Proud Boys“ ist Exil-Kubaner: Enrique Tarrio will die Organisation nicht als rassistisch verstanden wissen. Sein Sprecher Ronald Coleman erklärte, die Regeln der „Proud Boys“ verböten Rassismus ebenso entschieden wie man Sozialismus ablehne. Tarrio beteuerte, die Gruppe kümmere es nicht, „welche Farbe“ jemand habe, so lange er Amerika liebe. Der „Washington Post“ sagte er, er sei glücklich, dass den Leuten nun klar werde, dass die „Proud Boys“ bereit seien, gegen „heimischen Terrorismus“ aufzustehen. Mit Äußerungen wie diesen verweisen Tarrio und seine Leute immer wieder indirekt auf eine gewünschte bewaffnete Auseinandersetzung mit Linken, Antirassismus-Aktivisten und sonstigen Andersdenkenden. Die „Proud Boys“ verbreiten daneben die Forderung, öffentliche Sozialsysteme abzuschaffen, die Grenzen zu schließen und zu traditionellen Geschlechterrollen zurückzukehren.

Die Gruppe, die vor allem mit Provokationen und gewalttätigen Auseinandersetzungen wie denen in New York auffällt, wird schon länger von Fachleuten für Rechtsradikalismus beobachtet. Das „Southern Poverty Law Center“ etwa bezeichnet die „Proud Boys“ als „hate group“. Sie verbreiteten Frauenfeindlichkeit und Hass gegen Muslime, so die Bürgerrechtsorganisation aus Alabama. McInnes reichte gegen diese Charakterisierung Klage ein. Amy Cooter von der Vanderbilt University in Nashville sagte der Zeitung „USA Today“, die „Proud Boys“ suchten immer wieder die Nähe erklärter „White Supremacy“-Ideologen und distanzierten sich nicht von Neonazis. Es sei unter ihren Anhängern auch eine Tendenz zu immer stärkerer Bewaffnung zu beobachten. Das trifft auf viele rechte Gruppierungen zu. Während der Proteste gegen die Corona-Schutzmaßnahmen und dann im Konflikt mit den antirassistischen Demonstrationen der „Black Lives Matter“-Bewegung waren in den letzten Monaten vielerorts selbst ernannte „Milizen“ aufgetaucht, die mit Pistolen und Gewehren bewaffnet für „Ordnung“ sorgen wollten und häufig zur Eskalation beitrugen. Trump habe im Grunde einer paramilitärischen Gruppe gesagt, sie solle sich bereithalten, sagte Heidi Beirich von der Organisation „Global Project Against Hate and Extremism“. Gruppen wie die „Proud Boys“ könnten am Wahltag Wähler einschüchtern, glaubt die Fachfrau.

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Die Mitgliederzahl der „Proud Boys“ schätzt Beirich auf einige hundert Männer. Die Gruppe habe es geschafft, in politischen Konfliktsituationen und im Netz überproportional präsent zu sein. Sie gehört zweifellos zu jenen rechten Gruppierungen, die sich durch Trump ermutigt fühlen. Nachdem die „Proud Boys“ am Mittwoch die Schlagzeilen bestimmt hatten, versuchte Trump sich von ihr ein Stück weit zu distanzieren. Er kenne diese Gruppe gar nicht und habe über solche Organisationen im Allgemeinen sprechen wollen. Diese müssten sich zurückhalten und die Polizei ihren Job machen lassen, sagte der Präsident gegenüber Journalistinnen und Journalisten. Dann war Trump schon wieder bei der Antifa, die das „wahre Problem“ sei.

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