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Trumps Russland-Affäre : Präsidentensohn im Zwielicht

  • -Aktualisiert am

Die Lust zu jubeln könnte Donald Trump junior bald vergehen. Bild: Reuters

Donald Trump junior gibt ein Fernsehinterview und spielt das Treffen mit einer russischen Anwältin herunter. Der Präsident habe von all dem nichts gewusst. Hilfe bekommt er von seinem wohlgesinnten Gesprächspartner.

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          Donald Trump junior kann sich ein klein wenig entspannen, denn für sein Fernsehinterview ist er am Dienstagabend bei Sean Hannity von Fox News, und der ist ein Fan seines Vaters. Hannity macht gleich zu Beginn klar, dass von ihm keine allzu kritischen Fragen zu den Russland-Kontakten des Präsidentensohnes zu erwarten sind. „Die Vertreter der Anti-Trump-Medien, die uns heute zusehen müssen, können was lernen“, sagt er zur Einstimmung. Damit ist die Tonlage für den Abend gesetzt und Trump junior muss nur noch die Steilvorlagen verwandeln, die der Talkmaster ihm liefert. Ergebnis: alles, was seit vergangener Woche die Gemüter erhitzt, ist vollkommen harmlos.

          Donald Trump junior wollte sich im Grunde aus reiner, etwas naiver Neugier mit der russischen Anwältin Natalia Wesselnizkaja treffen, als der Musik-PR-Manager Rob Goldstone ihm das per E-Mail anbot und belastende Informationen über Hillary Clinton in Aussicht stellte. „Ich wollte einfach sehen, was für Informationen sie hatten“, sagt Trump junior achselzuckend. „In der Rückschau hätte ich es etwas anders gemacht. Aber man muss es im Kontext sehen, es war vor der ganzen Russland-Manie, bevor das wirklich ein größeres Thema war.“ Sein Vater habe nichts von dem Treffen gewusst, weder vorher noch im Nachhinein.

          Washington : Senatoren wollen Trump-Sohn zu Russland-Kontakten befragen

          Trump junior nennt Hillary Clinton nicht beim Namen, er spricht von „unseren Gegnern“. Die Anwältin Wesselnizkaja habe keinerlei Informationen über sie gehabt. „Es waren zwanzig Minuten, reine Zeitverschwendung“, sagt der Präsidentensohn über das Treffen im Sommer 2016. Sein Schwager Jared Kushner sei nach wenigen Minuten gegangen, Wahlkampfmanager Paul Manafort sei die meiste Zeit am Telefon gewesen. Der Junior liefert auch eine Erklärung dafür, dass er und die beiden anderen das Treffen nie erwähnten: es sei so unwichtig gewesen, dass man es vermutlich einfach vergessen habe.

          Muster an Harmlosigkeit

          Harmlos, vielleicht ein wenig naiv und von der Presse völlig zu Unrecht angegriffen, so stellt sich Trump junior an diesem Abend dar. Keine Spur mehr von dem Enthusiasmus seiner E-Mails an Mittelsmann Rob Goldstone. Der hatte vor dem Treffen geschrieben, die Informationen der russischen Anwältin seien „ein Teil der Unterstützung Russlands und seiner Regierung für Mr. Trump“. Es handele sich um „sensibles Material von höchster Stelle“. Und: Wesselnizkaja sei eine russische „Regierungs-Anwältin“. Trump junior konnte also davon ausgehen, dass die Frau direkte Kontakte oder sogar einen Auftrag von der Putin-Regierung hatte. „Wenn es das ist, was sie sagen, dann liebe ich es“, schrieb er zurück. Später, als es um die konkrete Vereinbarung eines Termins ging, waren auch Trumps Wahlkampfmanager Paul Manafort und Schwiegersohn Jared Kushner im Verteiler. All das versucht der Präsidentensohn nun herunterzuspielen.

          Die Version der Ereignisse, die er präsentiert, ist vermutlich mit Präsident Donald Trump und dem Weißen Haus abgestimmt. Der Vater twitterte im Vorfeld: „Mein Sohn wird heute um zehn Uhr abends von Sean Hannity interviewt. Er ist ein toller Mensch, der sein Land liebt!“ Das soll wohl auch heißen: Donald junior ist kein Politiker, kein Stratege, kein Profi.

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