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Trumps neuer Berater : Mit Bomben gegen die Bomben

  • -Aktualisiert am

Darf trotz Schnauzer nun doch mitregieren: John Bolton Bild: AFP

Ginge es nach John Bolton, sollte Amerika Nordkorea militärisch angreifen. Auch gegen Iran empfiehlt er Luftschläge. Nun wird er Trumps Sicherheitsberater.

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          Donald Trump stellte den Nachfolger seines zum Rücktritt genötigten Sicherheitsberaters vor und wollte kaum mehr aufhören, John Bolton zu preisen. „John ist ein toller Kerl. Wir hatten einige sehr gute Treffen. Er weiß viel. Er hat eine ganze Anzahl von Ideen, von denen ich sagen muss, dass ich sehr einverstanden bin.“ Das war im Februar 2017. Trumps erster Sicherheitsberater Michael Flynn hatte gehen müssen. Nun saß der Präsident mit dem Nachfolger H.R. McMaster auf einer Couch in seinem Golfklub – und rühmte den einstigen UN-Botschafter Bolton zum Trost dafür, dass er den Job nicht bekommen hatte. Jetzt hat Bolton ihn. Denn die fehlende Chemie zwischen dem militärisch-methodischen Generalleutnant McMaster und dem mäandernden Oberbefehlshaber, die schon auf dem Sofa spürbar wurde, sollte sich auch in den dreizehn Monaten danach nicht einstellen. McMaster versuchte, Trump zu belehren und zu disziplinieren. Bolton applaudierte dem Präsidenten im Fernsehen. Schon seinen Wirtschaftsberater ersetzte Trump vorige Woche durch einen Fernsehkommentator, Larry Kudlow. Sie kennt er, ihnen vertraut er.

          Andreas Ross

          Verantwortlicher Redakteur für politische Nachrichten und Politik Online.

          Trump und McMaster lassen wissen, sie hätten schon lange eine Trennung erwogen. Die Sache sei bloß „beschleunigt“ worden, um die Spekulationen zu beenden. Die hatte Trump selbst angeheizt. Großmütig lobt der Präsident am Donnerstag den 55 Jahre Generalleutnant, der nach 34 Jahren in der Armee nun das Militär verlassen will. Genauso, wie Trump vorige Woche Rex Tillerson gelobt hatte, während er ihn rüde rauswarf – jenen Tillerson, der im Rennen um das Amt des Außenministers Ende 2016 auch deshalb Bolton ausgestochen hatte, weil der sich laut Trump wohl mit seinem Schnauzbart disqualifiziert hatte.

          Recht auf „Präemptivschläge“ gegen Nordkorea

          Mindestens so sehr sprach gegen den Vertrauten des früheren Vizepräsidenten Dick Cheney, dass der Senat ihn vielleicht nicht bestätigt hätte. Denn zumindest libertäre Republikaner irritiert, dass der 69 Jahre alte Bolton bis heute den Irak-Krieg von George W. Bush und Cheney preist – und dass er unbeirrt für Militärschläge und Regimewechsel in Nordkorea und Iran plädiert. Um diese Kriegswerbetrommel im Weißen Haus zu rühren, braucht Bolton kein Plazet des Senats. Am 9. April fängt er an, so hat Trump es beschlossen und getwittert. Ein sichtlich überraschter Bolton erklärt Minuten später bei Fox News, er werde dafür sorgen, dass Trump „die volle Bandbreite an Optionen“ bekomme.

          Eine Verengung ist wahrscheinlicher. Denn in vielen Fragen sind Bolton, Trump und der designierte Tillerson-Nachfolger Mike Pompeo auf einer Wellenlänge. Pompeo hat als CIA-Direktor einen Regimewechsel in Pjöngjang gefordert. Und Bolton legte im Februar dar, dass von Nordkorea schon jetzt eine „unmittelbare Bedrohung“ Amerikas ausgehe, also ein Krieg gerechtfertigt sei. Einerseits bezog er sich damit auf Pompeos Warnung, dass Pjöngjang nur „eine Handvoll Monate“ davon entfernt sei, eine Atomrakete in die Vereinigten Staaten jagen zu können. Andererseits schrieb er im „Wall Street Journal“: „In Anbetracht der Lücken in Amerikas Nordkorea-Aufklärung sollten wir nicht bis zur letzten Minute warten.“ Ein Recht auf „Präemptivschläge“ fasst Bolton weit: „Es ist vollkommen legitim für die Vereinigten Staaten, durch einen Erstschlag auf die ,Notwendigkeit‘ zu reagieren, die sich aus Nordkoreas Atomwaffen ergibt.“ Oft mokierte sich Bolton über Forderungen, mit dem Regime von Kim Jong-un zu verhandeln. Kurz vor der Aufnahme multilateraler Nordkorea-Gespräche in der „Sechsergruppe“ hatte er 2003 als Staatssekretär für Rüstungskontrolle den damaligen Staatschef Kim Jong-il in Seoul als „tyrannischen Diktator“ über ein Land bezeichnet, „wo das Leben ein höllischer Albtraum ist“. Pjöngjang nannte Bolton daraufhin einen „Blutsauger“ – und die Bush-Regierung musste einen anderen Vertreter in die Gespräche schicken. Bolton konnte es sich intern erlauben, denn seit seinem Einsatz für den Stopp der Stimmennachzählung in Florida, der Bush den Weg ins Weiße Haus bahnte, hatte der Jurist dort einen dicken Stein im Brett.

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