https://www.faz.net/-gpf-a765b

Trumps Erpressungsversuch : Wer will hier fälschen?

  • -Aktualisiert am

„Trump wird Präsident bleiben“: Anhänger des Wahlverlierers am Neujahrstag in Pasadena, Kalifornien Bild: AP

Mit seinem Putschistenpalaver entlarvt der abgewählte Präsident die Republikaner, die ihn unterstützen. Es geht nicht darum, Zweifel am Wahlergebnis auszuräumen. Es geht um die Fortsetzung des Personenkults.

          1 Min.

          Man kann Donald Trump fast dankbar sein für die Dummheit, seine Dreistigkeit so ungeschützt vorzuführen – als ob nicht absehbar gewesen wäre, dass ein Mitschnitt seiner Telefonkonferenz publik werden könnte. Im Gegensatz zu den Dutzenden Kongress-Republikanern, die Trumps Spiel mitspielen, spricht der abgewählte Präsident immerhin Klartext. Er tat in seinem Gespräch mit Georgias Innenminister Raffensperger nicht einmal so, als ginge es darum, das Vertrauen der Amerikaner in die Demokratie zu reparieren oder ein echtes Ergebnis zu ermitteln, das durch Betrügereien verfälscht worden wäre. Trump will nur 11780 Stimmen „finden“, damit er eine Stimme mehr hat als Joe Biden, wenigstens in Georgia.

          Trump kann sich nicht mehr demaskieren: Wer es je wissen wollte, der weiß, dass der Noch-Präsident einzig sich selbst verpflichtet ist. Doch entlarvt Trump mit seinem Putschistenpalaver den Zynismus der Abgeordneten und Senatoren, die am Mittwoch im Kongress die Bestätigung von Bidens Sieg mit Einspruch-Theater verzögern wollen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Die sagenhafte Superyacht : Abenteuer on the rocks

          Keiner dieser Gin-Paläste: Mit „Ragnar“ kreuzt eine der ungewöhnlichsten Yachten über die Ozeane. Sie kann Eis brechen und der Forschung helfen.
          Neue Nummer drei: Elise Stefanik im Januar 2020 nach Trumps Freispruch im Weißen Haus.

          Machtkampf der Republikaner : Aufstieg einer glühenden Trumpistin

          Die vergangenen Tage haben eindrücklich gezeigt: Auch nach der Wahlniederlage hat Donald Trump die Fraktion der Republikaner unter Kontrolle. Sein neuester Coup ist die Beförderung von Elise Stefanik.