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Milliardärin Betsy DeVos : Trumps Bildungsministerin knapp bestätigt

  • Aktualisiert am

Die neue amerikanische Bildungsministerin Betsy DeVos Bild: Reuters

Erst die Stimme des Vizepräsidenten sorgt dafür, dass die neue Bildungsministerin DeVos im amerikanischen Senat bestätigt wird. Sogar zwei Republikaner sahen starke Gründe, gegen sie zu stimmen.

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          Nach einem Patt bei der Abstimmung über Donald Trumps Kandidatin für den Posten der Bildungsministerin hat Vizepräsident Mike Pence die entscheidende Stimme zur Bestätigung abgegeben. 50 Senatoren stimmten am Dienstag für die Berufung von Betsy DeVos und 50 dagegen. Damit hatte Pence - der als Vizepräsident zugleich Präsident des Senats ist - die entscheidende Stimme. DeVos ist damit bestätigt.

          DeVos (59) ist eine milliardenschwere Unternehmerin aus Michigan. Zwei republikanische Senatorinnen stimmten gegen Trumps Kandidatin. Sie hatten das im Vorfeld damit begründet, dass DeVos eine zu einseitige Haltung im Bezug auf das Bildungssystem habe, und private Schulen den öffentlichen vorziehe.

          Gegnerin öffentlicher Schulen

          Die 59 Jahre alte Milliardärin bietet breite Angriffsfläche für Kritik. Nicht nur, dass sie sich jahrelang dafür eingesetzt hat, das öffentliche Schulwesen aufzubrechen, das sie nun beaufsichtigen soll. Auch hat sie keinerlei Erfahrung als Pädagogin oder in der staatlichen Verwaltung.

          Mit großem Erfolg propagierte DeVos in ihrem Heimatstaat ein System, das dem staatlichen Schulsystem Gelder entzieht: Dabei werden aus Steuergeldern finanzierte Gutscheine an Familien verteilt, die ihre Kinder an private oder halbprivate Schulen schicken. Die oppositionellen Demokraten sehen DeVos deshalb als Trumps Speerspitze, die weitere Löcher in das öffentliche Bildungswesen treiben soll.

          Wissenslücken in Anhörungen

          DeVos wuchs in reichen Verhältnissen auf. Ihr Vater machte mit einer Zulieferfirma der Automobilindustrie ein Vermögen. DeVos studierte Betriebswirtschaft und Politologie an einer protestantischen Hochschule und heiratete einen Sohn von Richard DeVos, dem Gründer des Direktmarketing-Giganten Amway. Mit ihrem Mann gründete DeVos eine Firma für Windenergie. Das Paar spendete überdies Millionen an christliche Organisationen und die Republikaner.

          In ihren Anhörungen im Senat fiel die designierte Bildungsministerin aber vor allem durch Wissenslücken auf. So patzte sie etwa bei der Frage, nach welchen Grundmaßstäben die Leistungen von Schülern bewertet werden. Und viel Spott löste sie zudem mit ihrer Begründung aus, warum Waffen unter Umständen an Schulen erlaubt sein sollten: Mancherorts könne dies sinnvoll sein, um das Gelände gegen „Grizzlybären“ zu verteidigen, sagte DeVos.

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