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Trumps Besuch in Saudi-Arabien : Und er verbeugt sich doch

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Hat Donald Trump sich doch verbeugt? Oder sich nur nach vorne gebeugt? Oder gekauert? Die Exegese dieses Fotos jedenfalls dürfte noch eine Weile dauern. Bild: Reuters

Als Barack Obama sich 2009 in Riad tief vor dem saudischen König verneigte, schäumten seine Kritiker vor Wut – auch Donald Trump. Jetzt hat aber auch Trump sein Haupt gebeugt – oder nicht?

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          Manche Dinge gestalten sich plötzlich ganz anders, wenn man an Ort und Stelle ist. Womöglich ist das auch Donald Trump durch den Kopf gegangen, als er am Sonntag in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad auf König Salman traf.

          Trumps Vorgänger Barack Obama war 2009 erst wenige Monate im Amt, als er seinen Kritikern bei seinem ersten Besuch in Saudi-Arabien schon eine Steilvorlage lieferte. Bei der Begrüßung durch König Salman verbeugte sich der Demokrat fast bis zur Horizontalen – vor allem viele Republikaner verstanden das als unangemessene Unterwerfungsgeste, die sie Obama in den darauffolgenden Wochen genüsslich unter die Nase rieben.

          Auch Donald Trump gehörte zu diesen Kritikern. Noch 2012 zitierte er Obamas Verbeugung als Zeichen für dessen Schwäche: „Obama verbeugte sich in aller Öffentlichkeit vor dem saudischen König – und trotzdem bezweifeln die Demokraten noch die diplomatischen Fähigkeiten von Mitt Romney“, twitterte er.

          Verbeugt oder gekauert?

          Für seinen Antrittsbesuch bei den Saudis dürfte sich Trump deshalb fest vorgenommen habe, in der Vertikalen zu bleiben – was ihm zunächst auch gelang. Die erste Begegnung mit Salman absolvierte der Präsident aufrecht – mit einem „festen, vertikalen Handschlag“, wie die „Washington Post“ notierte.

          Das Foto wurde von seinen Anhängern auf Twitter schnell geteilt. „Betrachtet diese beiden Fotos aufmerksam“, schrieb eine Nutzerin und postete neben dem Bild von Trump auch eines von Obamas Verbeugung aus dem Jahr 2009. „Das rechte ist eine Lehrstunde in amerikanischem Exzeptionalismus“, fügte sie hinzu. Im Gegensatz zu Obama habe Trump „keinen Kotau“ veranstaltet.

          Wenig später wurde Trumps „Geradlinigkeit“ aber doch noch aufgebrochen. Als Salman den Präsidenten am Sonntag mit der goldenen König-Abdullah-Medaille auszeichnete, der höchsten Ehrung des Landes, und dem einige Zentimeter größeren Trump die Medaille umhängen wollte, musste der Gast aus Amerika unweigerlich sein Haupt beugen, um dem König die Prozedur zu erleichtern. Eine Geste, die zuhause in Amerika sofort bemerkt wurde. „Hat Trump sich gerade auch verbeugt?“, fragte das Nachrichtenportal „BuzzFeed“ auf Twitter. 

          Schnell entwickelte sich in den sozialen Medien eine Debatte darüber, ob Trump mit seiner leichten Verbeugung doch Schwäche gegenüber Saudi-Arabien gezeigt und seine Kritik an Obama damit lächerlich gemacht habe. „Nein, er hat sich nur nach vorne gebeugt“, schrieb ein Nutzer auf Twitter. Ein anderer fand: „Er hat mehr gekauert als sich verbeugt.“

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