https://www.faz.net/aktuell/politik/von-trump-zu-biden/trump-wirft-twitter-einmischung-in-den-us-wahlkampf-vor-16787910.html

Wahlen in Amerika : Trump wirft Twitter Einmischung in den Wahlkampf vor

  • Aktualisiert am

Amerikas Präsident Donald Trump Bild: AFP

Twitter hat erstmals Botschaften von Donald Trump als irreführend gekennzeichnet. Der Präsident reagiert mit einer Attacke auf seinen bislang bevorzugten Kommunikationskanal.

          1 Min.

          Amerikas Präsident Donald Trump zeigt sich empört über Twitter, nachdem der Onlinedienst erstmals einen von Trumps Tweets als irreführend gekennzeichnet hatte. Twitter beeinträchtige damit den Präsidentschaftswahlkampf und unterdrücke die freie Meinungsäußerung, schrieb Trump. Er werde das nicht hinnehmen, fügte der Republikaner hinzu.

          Twitter hatte zuvor erstmals eine der Botschaften von Trump einem Faktencheck unterzogen und angemerkt, Trump habe fälschlicherweise behauptet, dass die Briefwahl zu massiven Betrügereien bei der Stimmabgabe führe. Die Anmerkung, in der auf die Fakten verlinkt wurde, war in einer Notiz des Unternehmens direkt unter den Botschaften des Präsidenten zu lesen.

          Twitter verweist auf CNN und „Washington Post“

          Trump hatte in den Tweets ohne Belege behauptet, dass geplante erweiterte Optionen der Stimmabgabe per Brief im Bundesstaat Kalifornien eine „manipulierte Wahl“ zur Folge haben würden. Stimmzettel würden gestohlen, gefälscht, „illegal ausgedruckt“ und „betrügerisch ausgefüllt“ werden, warnte er.

          Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom verschicke Stimmzettel an jeden Bewohner des Bundesstaats – „egal, wer er ist und wie er dorthin gekommen ist“, schrieb Trump auch. Die Vorwürfe des Präsidenten beziehen sich auf bevorstehende Wahlen in einem kalifornischen Bezirk für einen freigewordenen Sitz im Repräsentantenhaus in Washington. Newsom will wegen der Coronavirus-Pandemie bei der Wahl die Möglichkeiten der Briefwahl ausweiten.

          Twitter schrieb dazu: „Experten sagen, dass die Briefwahl nur sehr selten mit Wahlbetrug in Verbindung steht.“ Das Unternehmen verwies auch auf Berichte des Senders CNN, der Zeitung „Washington Post“ und anderer Medien, welche die Behauptungen, die Briefwahl führe zu massivem Wahlbetrug, als „unbegründet“ zurückgewiesen hatten.

          Für Trump ist Twitter einer der wichtigsten Kanäle für die Verbreitung seiner politischen Botschaften. Er benutzt den auf Kurzmitteilungen spezialisierten Dienst permanent dafür, um politische Gegner harsch zu attackieren und seine Regierungsarbeit zu preisen. Häufig werden die Tweets des Präsidenten von Kritikern als Verdrehung oder Missachtung der Fakten angeprangert.

          Gleichwohl hatte Twitter bislang nie auf mögliche Falschinformationen in den Botschaften des Präsidenten verwiesen. Vor zwei Wochen verschärfte das Unternehmen jedoch seine Regeln gegen die Verbreitung von Falschbotschaften. Die jetzige Twitter-Notiz zu den Trump-Botschaften über die Briefwahl in Kalifornien entspreche dem neuen Vorgehen des Unternehmens gegen irreführende Informationen, sagte ein Unternehmenssprecher.

          Weitere Themen

          Pelosi nennt Xi einen Rüpel

          Nach Taiwanbesuch : Pelosi nennt Xi einen Rüpel

          In ihren ersten Interviews nach ihrer Asienreise verteidigt Nancy Pelosi ihren Zwischenstopp in Taiwan. China dürfe das Land nicht isolieren. Ungeachtet einer früheren Aussage setzt Peking seine Manöver fort.

          Japan gedenkt der Opfer des Atombombenabwurfs Video-Seite öffnen

          Nagasaki : Japan gedenkt der Opfer des Atombombenabwurfs

          Am Dienstag haben hochrangige japanische Politiker, darunter Regierungschef Fumio Kishida, an einer Zeremonie in der südjapanischen Stadt Nagasaki teilgenommen. „Auch wenn der Pfad steil und schwierig ist, geht unser Land den Weg zu einer Welt ohne Atomwaffen", sagte Kishida.

          Topmeldungen

          Finanzminister Christian Lindner (FDP) will die Bürger mit seiner Steuerreform vor einer schleichenden Mehrbelastung bewahren.

          Kalte Progression : Was Lindners Steuerpläne finanziell bedeuten

          Finanzminister Christian Lindner legt Gesetzespläne zum Abbau schleichender Mehrbelastungen bei der Einkommensteuer vor. Unter anderem soll der Grundfreibetrag in den kommenden beiden Jahren angehoben werden.
          Patricia Schlesinger bei einem Fototermin im Dezember 2020

          Abfindung für Schlesinger? : Schampus für alle und Boni satt

          Zur Amtsführung der zurückgetretenen RBB-Intendantin Patricia Schlesinger dringen weitere, pikante Details ans Licht. Die Frage ist, ob sie auch noch eine Abfindung erhält. Die ersten Köpfe rollen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.