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Amerikas Ex-Präsident : Trump will Republikaner bei Kongresswahl unterstützen

  • Aktualisiert am

Ex-Präsident Donald Trump spricht mit dem Führer der republikanischen Minderheit im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy. Bild: AFP

Der frühere Präsident hat angekündigt, sich weiter intensiv für die Republikaner zu engagieren. Er behauptet, seine Popularität sei so groß wie noch nie.

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          Der ehemalige amerikanische Präsident Donald Trump will sich auch in Zukunft intensiv in der Republikanischen Partei engagieren. Trump habe ein „sehr gutes und herzliches“ Treffen mit dem republikanischen Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, gehabt, teilte sein Team am Donnerstag mit. Bei dem Treffen in Florida hätten beide über das Ziel gesprochen, bei der Kongresswahl 2022 die Mehrheit in der Kammer für die Republikaner zurückzuerobern. Derzeit haben im Repräsentantenhaus und im Senat die Demokraten das Sagen – allerdings mit nur sehr knappen Mehrheiten.

          Popularität „noch nie so groß wie heute“

          „Die Popularität von Präsident Trump war noch nie so groß wie heute“, hieß es in der Mitteilung seines eigenen Teams. Seine Unterstützung für republikanische Kandidaten habe mehr Gewicht „als vielleicht jede Unterstützung je zuvor“.

          Das Treffen macht den großen Einfluss deutlich, den Trump auch nach seiner Abwahl auf die Republikanische Partei ausübt. Zwar haben sich diverse Parteikollegen in den vergangenen Monaten von Trump abgewandt, weil sie dessen erbitterten Widerstand gegen die Wahlniederlage nicht länger mittragen wollten. Vor allem aber nach der Erstürmung des Kapitols in Washington durch gewalttätige Trump-Anhänger Anfang Januar brachen viele – auch einflussreiche – Republikaner öffentlich mit Trump. Andere Parteikollegen jedoch halten konsequent zu ihm – vermutlich auch mit Blick auf Trumps noch immer große Anhängerschaft.

          Teile der Basis und der Partei haben sich in den Trump-Jahren zunehmend radikalisiert. Symbolisch dafür steht die weit rechts stehende neue Abgeordnete Marjorie Taylor Greene.

          Nähe zur Verschwörungsbewegung „QAnon“

          Die Politikerin mit Nähe zur Verschwörungsbewegung „QAnon“ stand am Donnerstag im Zentrum einer neuen Polemik: Ein demokratischer Abgeordneter forderte einen Ausschluss der 46-Jährigen aus dem Repräsentantenhaus, nachdem der Nachrichtensender CNN frühere Äußerungen Greenes publik gemacht hatte, in denen sie eine Hinrichtung demokratischer Politiker zu unterstützen schien.

          So bezeichnete Greene die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, einmal als Verräterin: „Verrat ist ein Verbrechen, auf das die Todesstrafe steht. Nancy Pelosi ist des Verrats schuldig.“

          Greene hat gemeinsam mit einigen anderen Republikanern auch damit für Aufsehen gesorgt, dass sie im Parlamentsgebäude eine Waffe tragen will. Pelosi warnte am Donnerstag, „der Feind ist im Repräsentantenhaus“: „Wir haben Mitglieder des Kongresses, die ihre Schusswaffen mit in den Sitzungssaal bringen wollen und die anderen Mitgliedern Gewalt angedroht haben.“

          Das Treffen von Trump und McCarthy fand den Angaben zufolge am Donnerstag in Trumps Club-Resort Mar-a-Lago in Palm Beach statt. Dorthin hat sich der Ex-Präsident nach dem Abschied aus dem Weißen Haus in der vergangenen Woche zurückgezogen.

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