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Trump und seine Partei : Republikanischer Führerkult

Anleihen bei „großen Führern“: Präsident Donald Trump mit seiner Frau Melania, seiner Tochter Tiffany und seinem Sohn Barron Bild: AFP

Auch beim Parteitag verletzt der Präsident Grenzen. Doch viele Amerikaner sind abgestumpft. Kann Trump noch einmal mit seinen Untergangsszenarien eine Mehrheit gewinnen?

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          Es ist vollbracht. Die Jubelarien sind gesungen, die Ergebenheitsadressen verlesen, dem Kandidaten wurde gehuldigt. Donald Trump wird von seiner Partei – das ist mittlerweile wörtlich zu nehmen – abermals in den Kampf um das Präsidentenamt geschickt.

          Weit haben es die Republikaner mit dem Führerkult getrieben. Die Regisseure des Wahlparteitags haben offenkundig Anleihen bei anderen „großen Führern“ der Welt genommen in Sachen wunderwirkende Großartigkeit. Dass selbst der von amerikanischen Fahnen umsäumte Amtssitz des Präsidenten als Kulisse für ein Werbeschauspiel herhalten musste, fällt nicht mehr weiter auf – so wie so viele andere Grenzüberschreitungen, die auf das Konto Trumps und seiner Claqueure gehen, vielen Amerikanern nicht mehr als rechtswidrig oder zumindest als stillos erscheinen.

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          Wohin populistische Politik treibt, kann man zum einen an dem Personenkult um Trump ablesen, zum anderen an der sich überschlagenden Verteufelung des politischen Gegners. Die politische Konkurrenz kommt nur noch als Feind vor, der Amerika und dessen „Traum“ zerstören wolle.

          Zu was wäre ein Trump fähig, der seinem Herausforderer Biden vorwirft, er würde gewalttätigen Anarchisten und Kriminellen freie Hand geben, wenn er erst an der Macht wäre? Die Absicht ist klar: Mit Hetze und Angstmache sollen weiße Wähler noch einmal mobilisiert werden. Die spannende Frage ist, bei wie vielen Wählern diese Botschaft des Untergangs verfängt.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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