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Reaktionen auf Corona-Pandemie : Trump: Merkel sieht Amerika als Anführer

Donald Trump am Freitag im Weißen Haus Bild: AP

Die Vereinigten Staaten haben wesentlich mehr Corona-Tote zu beklagen als Deutschland und Japan. Trotzdem folgten sie Amerika im Umgang mit der Corona-Krise, sagt Donald Trump. Grund dafür gibt es keinen.

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          Die ganze Welt schaue auf die Vereinigten Staaten und akzeptiere das Land als Anführer in der Corona-Krise, sagt Donald Trump. Er habe mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit Japans Premierminister Shinzo Abe und vielen anderen Staats- und Regierungschefs gesprochen und „alle, auch wenn manche es nicht zugeben wollen, sehen uns als Vorreiter an“, hieß es vom amerikanischen Präsidenten bei einem Treffen mit republikanischen Kongressabgeordneten am Freitag, das im Fernsehen übertragen wurde.

          Oliver Kühn
          Redakteur in der Politik.

          An dieser Darstellung ist fraglich, ob sie so zutrifft: Sowohl Japan als auch Deutschland haben in absoluten Zahlen wesentlich weniger Corona-Fälle als die Vereinigten Staaten mit mehr als 1,3 Millionen Infizierten: In Deutschland sind bislang rund 170.000 Menschen an Covid-19 erkrankt, in Japan rund 15.500.

          Auch die Zahl der Corona-Toten ist in beiden Ländern wesentlich niedriger. In Deutschland sind bislang etwa 7500 an einer Infektion mit dem Virus gestorben, in Japan knapp 600. In den Vereinigten Staaten gab es inzwischen mehr als 78.000 Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19.

          Des Weiteren hat die Reaktion auf die Pandemie in Amerika lange auf sich warten lassen und die Politik der Öffnung, die einige Bundesstaaten jetzt betreiben, ist auch im Land selbst hoch umstritten. Kaum einer der Staaten kann über eine Zeitspanne von 14 Tagen sinkende Neuinfektionen vorweisen, wie es die Bundesregierung als Voraussetzung für die Erleichterung von Restriktionen empfohlen hat.

          Trump: Corona-Tests „nicht notwendig“

          Als Beispiel für die Weltführerschaft seines Landes bei der Corona-Bekämpfung führte Trump am Freitag die schnelle Produktion von Beatmungsgeräten für Intensivpatienten an. Er ließ dabei jedoch außer acht, dass weder in Japan noch in Deutschland so viele Patienten auf diese angewiesen waren wie in Amerika, also kein Mangel wie in den Vereinigten Staaten bestand.

          Möglicherweise war Trumps Äußerung eine Reaktion auf eine Frage, die eine Reporterin der Deutschen Welle ihm am Donnerstag gestellt hatte. Sie wollte wissen, ob er sich Rat bei der Bundeskanzlerin geholt habe, weil die deutsche Corona-Politik ja sehr erfolgreich gewesen sei. Seine Antwort darauf war nur: „Unsere Länder stehen in Kontakt.“

          Wissen war nie wertvoller

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          Der Erfolg Deutschlands bei der Eindämmung der Corona-Pandemie wird auch auf ein ausgedehntes Test-Programm zurückgeführt. Donald Trump scheinen Tests jedoch nicht so wichtig zu sein. So sagte er, der Fall einer Mitarbeiterin des Weißen Hauses, die am Freitag positiv auf Covid-19 getestet worden war, zeige, dass dieses „Konzept nicht notwendigerweise gut“ sei. Katie Miller sei immer wieder überprüft worden „und heute wurde sie aus irgendwelchen Gründen positiv getestet“. In einem Gespräch mit dem Fernsehsender „Fox News“ sagte er, Tests seien „nicht notwendig“.

          Trump lobte am Freitag außerdem die eigene Reaktion auf die Pandemie. Wenn die Regierung einen anderen Weg eingeschlagen hätte, hätte es wesentlich mehr Tote gegeben. „Wir würden über unhaltbare Zahlen sprechen“, sagte er. Nun müsse man sich auf 95.000 Tote einstellen, möglicherweise „ein paar mehr“.

          Jeder einzelne Tote sei einer zu viel, sagt der amerikanische Präsident. Vielleicht werde es noch einzelne Infektionsherde im Herbst oder sogar im kommenden Jahr geben, aber damit werde man fertig. Das Virus werde auf jeden Fall verschwinden, auch wenn es keinen Impfstoff gebe. Denn „Viren sterben auch“, so Trump.

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