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Grenzschutz : Setzt Trump auf eine mildere Einwanderungspolitik?

  • -Aktualisiert am

Während einer Pro-Immigration-Demonstration während der republikanischen Debatte hält eine junge Frau ein Schild in die Kamera. Donald Trump als Kandidat der Republikaner sorgt mit seinen Äußerungen Immigranten gegenüber in der hispanischen Community immer wieder für Unmut. Bild: dpa

Donald Trumps harsche Haltung gegenüber illegalen Einwanderern war stets der Rückgrat seiner Wahlkampagne. Jetzt deuteten verschiedene Quellen einen möglichen Sinneswandel des Präsidentschaftsbewerbers an.

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          Millionen Immigranten aus den Vereinigten Staaten deportieren und eine Mauer zwischen Amerika und Mexiko ziehen – das war Donald Trumps bisheriger Ansatz, wenn es um seine Immigrationspolitik als möglicher Präsident der Vereinigten Staaten geht. Die zumeist aus Südamerika eingereisten Immigranten seien ohnehin oft Kriminelle und Vergewaltiger, so stets der Tenor. Doch nach verschiedenen Medienberichten schien zunächst wieder vieles offen.

          In einem Interview mit dem Fernsehsender CNN sagte Trumps neu berufene Wahlkampfmanagerin Kellyanne Conway, die  Abschiebung von elf Millionen unregistrierten Einwanderern müsse „noch entschieden“ werden. Moderatorin Dana Bash hatte sie nach mehrfachem Nachfragen zu dieser Aussage gebracht. Die Journalistin hatte damit auf Berichte von Buzzfeed reagiert.

          Die Onlinezeitung hatte angeblich Kontakt zu drei verschiedenen Quellen aus der hispanischen Gemeinschaft, die sich in New York mit dem Präsidentschaftsbewerber getroffen hatten. Wegen seiner Haltung Einwanderern gegenüber erhält Trump kaum Unterstützung aus diesem Lager. Durch die Gespräche versucht er herauszufinden, wie er weitere Stimmen gewinnen kann. Buzzfeed hatte die Quellen so interpretiert, dass Trump sich Aufenthaltsgenehmigungen für die Millionen derzeit noch illegalen Immigranten in den Vereinigten Staaten vorstellen könnte.

          „Fair und menschlich" gegen die, die bereits in den Vereinigten Staaten sind

          Conway revidierte allerdings noch im Gespräch, dass Trump seine Haltung komplett geändert habe. Was der Präsidentschaftsbewerber gesagt habe, weiche zwar davon ab, wie er sich zuvor öffentlich geäußert habe, dennoch sei Trumps Ziel weiterhin, die Gesetze durchzusetzen, arbeitssuchende Amerikaner zu unterstützen und sich „fair und menschlich“ denjenigen gegenüber zu verhalten, die bereits jetzt in den Vereinigten Staaten lebten.

          Auch Steven Cheung, der in Trumps Wahlkampfteam dafür verantwortlich ist, schnell auf Medien zu reagieren, sagte in einem Statement, bei dem ursprünglichen Artikel von Buzzfeed handele es sich um „Clickbait Journalism“. Trump habe nichts an seiner ursprünglichen Haltung gegenüber Immigranten verändert. Man freue sich auf weitere Gespräche mit den hispanischen Unterstützern.

          Auch Hillary Clinton reagierte am Sonntagabend auf den möglichen Haltungswechsel ihres Kontrahenten. Sie glaube nicht, dass sich die Pläne Trumps großartig verändert hätten, sagte sie in einem Statement. Seine Ziele blieben weiterhin die gleichen, nämlich: „Familien auseinanderreißen und 16 Millionen Menschen aus den Vereinigten Staaten abschieben.“

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