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Trump in der Bredouille : „Schnallen Sie sich an, es kommt noch schlimmer“

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Viele Beobachter glauben trotzdem, dass er diesen Weg gehen könnte. Paul Begala, der ehemalige Berater von Bill Clinton, sagte bei CNN: „Cohen hat einst erklärt, er würde eine Kugel für Trump kassieren – jetzt hält er ihm die Waffe an den Kopf. Cohen ist gefährlich, er weiß, wo alle Leichen liegen. Dies mag ein schlechter Tag für Trump sein, aber schnallen Sie sich an, es wird noch schlimmer.“ Und Maggie Haberman von der „New York Times“ berichtete, sie habe von Trumps Mitarbeitern erfahren, dass der Präsident sehr wütend sei. Im Weißen Haus mache man sich nun mehr Sorgen als je zuvor wegen eines möglichen Impeachment-Verfahrens. Allerdings müssten die Demokraten dafür die Mehrheit im Kongress wieder gewinnen – denn, dass ein Amtsenthebungsverfahren auf den Weg gebracht wird, so lange die Republikaner die Mehrheit haben, ist nach wie vor unwahrscheinlich.

Trumps Fans stehen weiter zu ihm

Nancy Pelosi, Führerin der Demokraten im Abgeordnetenhaus, bezeichnete die Vorwürfe Cohens derweil als Beleg für eine „Kultur der Korruption“ in der Regierung. Die meisten Republikaner zogen es unterdessen vor, zu schweigen. Der Präsident weiß schließlich seine Basis hinter sich – und die soll im November republikanisch wählen. Viele Trump-Anhänger sehen den Präsidenten als Opfer. Jack Posobiec, rechtsgerichteter Aktivist und Autor des Buches „Citizens for Trump“, twitterte an seine 360.000 Follower: „Wenn ihr denkt, dass das die Unterstützung seiner Basis schmälern wird, irrt ihr euch gewaltig. Sie geht nur rauf, und immer weiter herauf.“ Und Will Chamberlain, ein anderer „Make America Great Again“-Aktivist, schrieb: „Wenn die Demokraten denken, sie können ihn des Amtes entheben, weil er Opfer einer Erpressung wurde, dann werden sie ernsthaft enttäuscht werden.“

Trotz der schlechten Nachrichten bemühten sich auch ehemalige Mitarbeiter Trumps, die möglichen Konsequenzen herunterzuspielen. Jason Miller, früherer Kommunikationsberater der Trump-Kampagne, sagte bei CNN: „Es ist ein sehr schlechter Tag.“ Allerdings solle man sich auch daran erinnern, dass Cohen jetzt offiziell ein Straftäter sei. „Er ist auch jemand, der eigentlich als Anwalt im Rahmen der ethischen Regeln handeln musste. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Warten Sie, bis sie die Erwiderung von Trump hören.“

Dazu war Cohen nicht der einzige Trump-Mitarbeiter, der am Dienstag offiziell zu einem Straftäter wurde. Paul Manafort, ehemaliger Wahlkampfchef, wurde in Alexandria wegen Steuer- und Bankbetrugs schuldig gesprochen. In acht von 18 Anklagepunkten kamen die Geschworenen zu einem Schuldspruch. Manafort könnte damit für den Rest seines Lebens ins Gefängnis gehen. Sein Prozess war ein Ergebnis der Mueller-Ermittlungen, hatte aber im Gegensatz zu Cohens Taten nichts mit dem Wahlkampf zu tun. Die Millionen, die Manafort am Fiskus vorbeischleuste, stammten aus seiner Lobbyarbeit für prorussische Kräfte in der Ukraine. Donald Trump sagte vor seiner Veranstaltung in West Virginia zu Reportern, das Ganze sei „sehr traurig“, und: „Es hat nichts mit mir zu tun, es hat nichts mit russischer Zusammenarbeit zu tun.“ Zu Cohens Vorwürfen äußerte er sich nicht.

Drinnen in der Halle, vor seinen jubelnden Anhängern, gab es nur den üblichen Zorn auf die „unehrlichen Medien“ und die als „Hexenjagd“ bezeichneten Russland-Ermittlungen. Bei seinen Anhängern konnte Trump sich darauf verlassen, dass sie sich an den Ereignissen vor Gericht in New York nicht stören würden. Hier zählte nicht, dass seine Kritiker in den Fernsehstudios und auf dem Capitol Hill in Washington mal wieder über den Anfang vom Ende der Präsidentschaft diskutierten. Vor den Menschen mit den „Versprechen gemacht, Versprechen gehalten!“-Schildern konnte Trump von dem schwelgen, was ihn begeistert: „Unsere Weltraum-Armee, Leute. Das ist sehr aufregend. Das ist die nächste große Herausforderung“, rief er.

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