https://www.faz.net/-gpf-9vxtn

Trump greift Bolton an : „Wenn ich auf ihn gehört hätte, wären wir jetzt im Sechsten Weltkrieg“

  • Aktualisiert am

Donald Trump auf dem Nato-Gipfel in Brüssel im Juli 2018. Im Hintergrund: Sein damaliger Nationaler Sicherheitsberater, John Bolton Bild: dpa

Ein Buchmanuskript von Trumps früherem Nationalem Sicherheitsberater könnte zum Wendepunkt im Impeachment-Verfahren werden. Amerikas Präsident reagiert wie so oft. Er schlägt auf seinem Lieblingsmedium zurück.

          1 Min.

          Vor dem Hintergrund neuer Vorwürfe in der Ukraine-Affäre hat Amerikas Präsident Donald Trump seinen früheren Nationalen Sicherheitsberater John Bolton angegriffen. „Wenn ich auf ihn gehört hätte, wären wir jetzt im Sechsten Weltkrieg“, schrieb Trump am Mittwoch auf Twitter. Daher habe er Bolton feuern müssen. Von der „New York Times“ verbreitete Informationen aus einem unveröffentlichten Buch-Manuskript Boltons hatten zuvor neue Bewegung in das Amtsenthebungsverfahren im amerikanischen Senat gegen Trump gebracht.

          Demnach soll Trump Bolton im August gesagt haben, er wolle die fast 400 Millionen Dollar (rund 355 Millionen Euro) umfassende Militärhilfe für die Ukraine so lange zurückhalten, bis Kiew Ermittlungen gegen seinen politischen Rivalen Joe Biden einleite. Das widerspricht einem Kernpunkt von Trumps Verteidigung. Der Präsident weist die Darstellung zurück. Die Demokraten sehen sich in ihrer Forderung bestärkt, Bolton in dem Amtsenthebungsverfahren als Zeugen vorzuladen. Der Senat – in dem Trumps Republikaner die Mehrheit haben – könnte noch in dieser Woche darüber abstimmen.

          Trump nannte Bolton am Mittwoch nicht namentlich, aus seinen Tweets wurde aber unverkennbar deutlich, wer gemeint war. Trump schrieb von einem „Typen, der nicht als Botschafter bei der UN bestätigt werden konnte, seitdem für nichts bestätigt werden konnte“. Bolton habe ihn um einen Posten „angebettelt“, bei dem eine Bestätigung durch den Senat nicht notwendig ist. Er, Trump, habe ihm den Job gegeben, „obwohl viele gesagt haben, „tun Sie das nicht, Sir““.

          Trump schrieb weiter, dass Bolton nach seiner Entlassung „sofort ein gemeines und unwahres Buch“ geschrieben habe. „Alles geheime nationale Sicherheit. Wer würde so etwas tun?“ Das Buch mit dem Titel „The Room Where It Happened“ (etwa: Der Raum, in dem es geschah), soll im März erscheinen. In einem standardmäßigen Prozedere habe Bolton auch eine Rohfassung an das Weiße Haus geschickt, um prüfen zu lassen, ob dort geheime Informationen enthalten seien, schrieb die „New York Times“. Boltons Anwalt machte das Weiße Haus demnach für die Veröffentlichung des Buchinhalts verantwortlich.

          Weitere Themen

          Wie Trump – aber nicht Trump

          Ron DeSantis : Wie Trump – aber nicht Trump

          Ron DeSantis weigert sich, eine Präsidentschaftskandidatur 2024 auszuschließen. Dafür müsste er aber wohl erst an Donald Trump vorbei. Der fühlt sich von Floridas republikanischem Gouverneur verraten.

          Lauterbach will über Öffnungsperspektiven reden Video-Seite öffnen

          Bund-Länder-Konferenz : Lauterbach will über Öffnungsperspektiven reden

          Die Beratungen haben am Montag begonnen. Mit großen Veränderungen im Vergleich zu den bereits bestehenden Corona-Regeln wird nicht gerechnet. Bundeskanzler Olaf Scholz ist trotz der steigenden Infektionszahlen mit den bestehenden Regelungen zufrieden.

          Klimaaktivisten blockieren zeitweise Straßen

          Berlin : Klimaaktivisten blockieren zeitweise Straßen

          Die Aktivisten protestieren mit den Aktionen für eine nachhaltige Landwirtschaft und gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. Für die kommenden Tage sind weitere Blockaden angekündigt.

          Topmeldungen

          In der deutschen Autoindustrie arbeiten schon viele Roboter mit – doch ein Grund zum Ausruhen ist auch das nicht.

          Fraunhofer-Chef im Interview : „Es geht um die Unversehrtheit unseres Landes“

          Atemberaubender Technik-Fortschritt und ein feindseligeres Umfeld: Was kommt auf Deutschland zu? Fraunhofer-Präsident Reimund Neugebauer über bedrohte Souveränität, dringende Disruption, was seine Forschungs-Gesellschaft bringt – und Vorwürfe gegen ihn selbst.
          Hüttenwerk im ukrainischen Mariupol

          Unternehmen in der Ukraine : Noch keine Panik vor den Russen

          Deutsche und österreichische Wirtschaftsvertreter in der Ukraine reagieren überraschend gelassen auf den russischen Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine. Und auch an den Finanzmärkten ist noch keine Panik ausgebrochen.
          Der FC Bayern und die Meisterschale: So ist es die letzten neun Jahre gekommen.

          Probleme der Bundesliga : Ist das langweilig!

          Es gibt Bayern-Fans, die noch nie nicht Meister geworden sind. Muss 50+1 fallen, um den Wettbewerb wieder spannend zu machen? Oder hat die Bundesliga die Grenzen ihres Wachstums erreicht?
          Auf dem Sprung: Boris Palmer am 21. Januar bei der Vorstellung eines Bauvorhabens für Solaranlagen in Tübingen

          Boris Palmer und die Grünen : Bruch mit einer Parteitradition

          Früher hätten die Grünen eher die Spaltung riskiert, als jemanden wegen missliebiger Meinungsäußerungen auszuschließen. Im Fall des Tübinger Oberbürgermeisters Palmer ist das anders.