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Beziehungen zu Peking : Man muss an Trumps Verstand zweifeln

Donald Trump am Freitag in Washington Bild: AP

Der amerikanische Präsident faselt vom Abbruch der Beziehungen zu China. Das Weiße Haus sollte dem Rivalen klug und mit Vernunft begegnen, nicht mit Sprücheklopferei.

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          Trump, immer wieder Trump. Aber er ist nun mal der Präsident der Vereinigten Staaten, und was er von sich gibt, ob per Twitter oder in Interviews, hat eben deshalb Bedeutung, egal, wie bescheiden das Niveau und wie wurstig die Sprache oft sind.

          Jetzt hat er den Satz hingeworfen, Amerika könnte die Beziehungen zu China auch abbrechen. Mal eben so. Schon klar: China ist der Hauptgegner (nicht nur) der Saison und aus Sicht Trumps schuld daran, dass das Coronavirus auch in den Vereinigten Staaten wütet und das Land in eine schwere Wirtschaftskrise gestürzt ist. Es war entweder Dummheit, Inkompetenz oder Absicht – jedenfalls ziemlich schwere Geschütze!

          Nun gibt es am Verhalten Chinas, vor allem was die Anfänge der Krise anbelangt, eine ganze Menge auszusetzen; und auch auf anderen Feldern verfolgt das Regime unerbittlich bis aggressiv seine Interessen, ob es sich um Handel oder um territoriale Expansion handelt. Darüber ist nicht nur Washington verärgert und erbost. Aber wenn der Präsident so mir nichts, dir nichts einfach vom Abbruch der wichtigsten Beziehung im 21. Jahrhundert faselt, dann muss man an seinem Verstand zweifeln.

          Oder soll das alles nur (Wahlkampf-)Theater sein, um den Leuten den Schuldigen an der katastrophalen Wirtschaftsentwicklung vorzuführen? Das amerikanisch-chinesische Verhältnis bewegt sich immer weiter in die Konfrontation hinein. Das Weiße Haus sollte dem Rivalen klug und mit Vernunft begegnen, nicht mit Sprücheklopferei.

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