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Trump am Mount Rushmore : Alles auf eine Karte

  • -Aktualisiert am

Donald Trump am Mount Rushmore Bild: AFP

Fehlende Empathie oder eiskaltes Kalkül? Amerikas Präsident stempelt die Black-Lives-Matter-Bewegung zur linksfaschistischen Gefahr ab. Bang muss man fragen, wozu er sich angesichts schlechter Umfragewerte noch hinreißen lässt.

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          Donald Trump setzt alles auf eine Karte. Während die Vereinigten Staaten in die bisher schlimmste Phase der Corona-Pandemie eintreten, facht der Präsident die Flammen des Kulturkriegs an. Am Vorabend des Unabhängigkeitstages hätte Trump am Fuße von Mount Rushmore eine Kurskorrektur versuchen können. Im Schatten seiner dort in den Fels gehauenen, großen Amtsvorgänger George Washington, Thomas Jefferson, Abraham Lincoln und Theodore Roosevelt hätte er ein Zeichen geben können, dass er die Sorgen der Bevölkerung begriffen hat, dass auch er ein Präsident aller Amerikaner sein wolle. Statt dessen warnte er vor einem „neuen Linksfaschismus“, um die Black-Lives-Matter-Bewegung zu dämonisieren.

          Es sei dahingestellt, ob der Narzisst im Weißen Haus schlicht unfähig zu der Empathie ist, die in einer nationalen Gesundheitskrise beispiellosen Ausmaßes gefragt wäre, oder ob er einer kühl kalkulierten Wahlkampfstrategie folgt, wonach Ablenkung seine letzte Chance wäre, im November zu gewinnen. Die Verzweiflung im Team Trump muss jedenfalls groß sein. Im April, als Trump begonnen hatte, sich als oberster Krisenmanager zu inszenieren, hatten sich die Befürworter und Gegner seines Wirkens einmal fast die Waage gehalten. Jetzt aber bescheinigen fast 56 Prozent der Amerikaner Trump nach dem vom Portal „Real Clear Politics“ berechneten Umfragendurchschnitt eine schlechte Amtsführung, weniger als 42 Prozent halten zu ihm. Nationale Umfragen sehen den Demokraten Joe Biden, der wegen Corona nur noch einen Minimal-Wahlkampf führt, fast zehn Prozentpunkte vor Trump. In entscheidenden Bundesstaaten wird es extrem eng für Trump.

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