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Transatlantische Beziehungen : Neustart mit Amerika

Joe Biden im November in Wilmington, Delaware Bild: AP

Wenn das Verhältnis zwischen Amerika und Europa tatsächlich ein strategisches sein soll, müssen beide Seiten über die großen Fragen der Weltpolitik Einvernehmen erzielen.

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          Die meisten europäischen Regierungen werden Donald Trump keine Träne nachweinen, wenn der am 20. Januar das Weiße Haus verlässt. Unter dem Strich hat das europäisch-amerikanische Verhältnis in den vergangenen rund vier Jahren viele trübe Episoden erlebt. Schuld daran ist nicht nur, aber doch zu einem großen Teil ein amerikanischer Präsident, der über die EU und über die Nato Gülle auskippte, wenn immer er konnte.

          Dass die große Mehrheit der Europäer nun einen „Neustart“ mit dem Nachfolger Biden förmlich herbeisehnt, ist nur zu verständlich. Selbst wenn ein anderer „Reset“ eine Warnung ist, so ist der Neustart, wie er jetzt angestrebt wird, notwendig und vernünftig. Vernünftig ist es, von einer Handelspolitik zu lassen, die sich im Verhängen von Strafzöllen gefällt. Notwendig ist es, die Anstrengungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu bündeln.

          Auch auf den Feldern Wirtschaft, Digitalisierung und Klima gibt es viel Kooperationspotential; allerdings auch Zündstoff, so wie generell das Verhältnis zum Amerika des Joe Biden nicht nur aus Umarmungen bestehen wird. Aber wenn dieses Verhältnis tatsächlich ein strategisches sein soll, müssen beide Seiten über die großen Fragen der Weltpolitik Einvernehmen erzielen. Das und eine überzeugende gemeinsame Antwort auf die große chinesische Herausforderung werden die transatlantische Verbindung vor der Irrelevanz bewahren. Nur das. Darüber müssen sich beide Seiten im Klaren sein.

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