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Plötzlich auf Distanz? : Alle Republikaner sind Trumps Komplizen

  • -Aktualisiert am

Posieren mit Ronald Reagan: Trump-Anhänger am Mittwoch im Kapitol Bild: AFP

Ein paar Republikaner reden heute anders als gestern. Andere redeten schon gestern anders als noch im Dezember. Sie alle haben zu verantworten, was jetzt unübersehbar ist: Der Wahn hat Wurzeln geschlagen.

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          Vor und nach dem Sturm auf das Kapitol präsentieren sich die Republikaner im Kongress zutiefst zerstritten. Doch vor allem haben sie eines gemeinsam: Sie alle sind Komplizen eines Präsidenten, dessen Demokratie- und Verfassungsfeindlichkeit seit Jahren offenkundig ist. Unterschiede gibt es allenfalls in zwei nachrangigen Fragen: Was versprachen oder versprechen sie sich von der unheiligen Allianz mit dem Populisten, der so vielen Werten Hohn spricht, die sie (eigentlich) hochhalten? Und wie lange haben sie ihre Verlogenheit nach der eindeutigen Wahlniederlage des Präsidenten aufrechterhalten?

          Die einen haben versucht, Trump zu ihrem Instrument zu machen, und deshalb vor vielen seiner Untaten die Augen verschlossen. Dafür steht vor allem Mitch McConnell, der bisherige Mehrheitsführer im Senat. Nach mehr als drei Jahrzehnten im Kongress bekam er von Trump einen Lebenstraum erfüllt: die Ernennung von weit mehr als 200 (erz-)konservativen Bundesrichtern, die der gesellschaftspolitischen Liberalisierung und demokratiepolitischen Reformen Einhalt gebieten werden. Trump spottete gern über McConnells Richter-Obsession und scheint erst jetzt zu begreifen, dass sie nicht ihm gehören und gehorchen. Aber er „lieferte“; im Gegenzug nutzte McConnell vier Jahre lang seine Autorität, um Trumps zersetzendes Verhalten zu normalisieren.

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