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Trumps angebliche Affäre : „Jetzt ist alles herausgekommen, wovor ich Angst hatte“

  • -Aktualisiert am

Anderson Cooper interviewte in der Sendung nicht nur Stephanie Clifford sondern auch ihren Anwalt Michael Avenatti. „Es ist eine Gangster-Taktik, jemanden mit einer Klage über 20 Millionen Dollar zu bedrohen. Und das unterscheidet sich nicht von der Drohung auf dem Parkplatz,“ sagte er.

Warum spricht Clifford jetzt?

Stephanie Clifford will wegen der mutmaßlichen Einschüchterungsversuche klagen und bot an, die 130.000 Dollar zurückzugeben, um frei reden zu können. Nun tut sie es, obwohl ihr ihrerseits eine Millionen-Klage droht. Im Interview mit Anderson Cooper betonte sie, ihr früheres Abstreiten der Affäre habe am Druck gelegen. Aber jetzt sei sie es leid – und sie glaube, dass es wichtig sei, über Trump und seine Versuche, sie zum Schweigen zu bringen, zu sprechen. Gleich am Anfang des Interviews machte sie eines klar: Sie sei kein „Metoo“-Fall, kein Opfer sexueller Belästigung oder Zwang. Nur die Einschüchterung und der Versuch, sie mit Geld zum Schweigen zu bringen, sei in ihren Augen das Problem – die sexuelle Begegnung mit Trump schilderte sie zwar als nicht sonderlich erfreulich, aber sie ließ keinen Zweifel daran, dass alles einvernehmlich war. Zu der Tatsache, dass Trump damals verheiratet war, wolle sie nichts sagen.

Das wohl unterhaltsamste Detail des Interviews drehte sich um das schon zuvor berichtete Versohlen des Trump’schen Hinterns mit einem Magazin, auf dessen Cover er abgebildet gewesen sei. Clifford erinnerte sich, sie habe ihn gefragt: „Funktioniert das in der Regel für dich, dieses konstante Reden über dich selbst bei Frauen?“ Daraufhin sei Trump perplex gewesen, sie habe gesagt: „Man sollte dich hiermit schlagen“ – und so sei es zu dem kurzen spielerischen „Spanking“ gekommen, das seit Wochen durch die Boulevardpresse geistert. Trump sei von nun an überzeugt davon gewesen, dass Clifford „anders“ und „schlau“ sei – und er habe ihr dann auch persönliche Fragen gestellt.

Kein eindeutiger Beweis für die Affäre

Was es am Sonntag bei CBS nicht gab, war ein eindeutiger Beweis für die Affäre – sie wolle zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommentieren, ob sie Textnachrichten und ähnliches besitze, sagte Clifford. Die Pornodarstellerin ist nicht die einzige Frau, die zur Zeit versucht, aus einer Schweigevereinbarung mit Donald Trump herauszukommen: Auch das frühere Playboy-Model Karen McDougal trat in der vergangenen Woche bei Anderson Cooper auf.

Der Versuch, Clifford zum Schweigen zu bringen, ist gescheitert, selbst die Drohung einer Millionenklage hielt sie nicht von ihrem Auftritt ab. Ihre Aussagen könnten rechtliche Konsequenzen haben – zumindest, wenn die Behörden den Vorwurf der unlauteren Wahlkampfspende für glaubhaft halten. Für Donald Trump, der zum Thema beständig schweigt, ist die Pornodarstellerin durch ihre Offenheit eine unangenehme Gegnerin. Sie bot wenig Angriffsfläche, da sie kaum intime Details zum Besten gab und nicht leugnete, dass sie finanzielle Interessen hat und von ihrer jetzt erhöhten Bekanntheit profitieren könnte. Das „New York Magazine“ nannte Clifford denn auch kürzlich die „perfekte Anti-Donald-Trump“. In ihr habe er endlich eine ebenbürtige Gegnerin gefunden. Clifford sei in vielem schließlich das Spiegelbild Trumps: Beide hätten lange von der Show gelebt und wollten ihr Geld vermehren.

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