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Trumps Mann fürs Grobe : Wie loyal ist Michael Cohen?

  • -Aktualisiert am

Michael Cohen verlässt das Bundesgericht in New-York, nachdem Pornodarstellerin Stormy Daniels gegen ihn ausgesagt hat. Bild: AFP

In der Affäre um Schweigegeld für Pornodarstellerin Stormy Daniels erhöht sich der Druck auf Michael Cohen. Nach Angaben von Kollegen könnnte Trumps Anwalt womöglich bald den Präsidenten belasten.

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          Mitglieder aus Trumps Anwaltsteam zweifeln an Michael Cohens Loyalität gegenüber dem Präsidenten. Der „Mann fürs Grobe“ für Donald Trump könne möglicherweise dem Druck der Justiz erliegen und sich gegen den Präsidenten wenden, sagte Trumps Anwalt Jay Goldberg in einem CNN-Interview über seinen Kollegen.

          „Er wird versuchen seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen.“ Goldberg betonte, dass Cohen lügen könnte, um seine mögliche Strafe auf Kosten Donald Trumps Reputation zu mindern. Denn nur weil er sich gegen Trump wende, hieße das nicht, dass er die Wahrheit sagen werde.

          „Der Druck auf Cohen rührt nicht nur von seiner eigenen Persönlichkeit, sondern kommt auch von seiner Familie.“ Diese sehe in ihm nicht den Anwalt, der den Sturz eines anderen abfangen könne. Auf die Frage, ob Cohen eine schwache Persönlichkeit sei, antwortete Goldberg: „Ich glaube schon.“ Daher sei Cohen auch nicht gewappnet für die Härte des Gefängnislebens, das womöglich auf ihn zukomme.

          Wegen einer möglichen Bestechungszahlung an die Pornodarstellerin Stormy Daniels wird momentan gegen den New Yorker Anwalt Michael Cohen ermittelt. Am Dienstag sagte die Pornodarstellerin, mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford, vor Gericht aus, sie habe ihre Affäre mit Donald Trump lange Zeit unter größtem Druck und unter Androhung von Gewalt geheim halten müssen: „Herr Cohen hat sich seit Jahren so aufgeführt, als stünde er über dem Gesetz.“ Bereits vor dem Gerichtstermin wurde das Büro und die Wohnung von Cohen durchsucht. Zuvor war er ins Visier des Sonderermittlers Robert Mueller geraten, der eine Verstrickung Cohens in die mögliche Wahlkampfmanipulation Russlands vermutete.

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