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Trump-Berater : Steve Bannon nicht mehr im Nationalen Sicherheitsrat

  • Aktualisiert am

Steve Bannon gilt als einer der wichtigsten Berater von Präsident Trump. Bild: AP

Steve Bannon ist einer der mächtigsten Berater von Donald Trump im Weißen Haus. Nun hat der amerikanische Präsident seinen Chefideologen überraschend aus dem wichtigen Nationalen Sicherheitsrat geworfen.

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          Der umstrittene Berater des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, Stephen Bannon, gehört nicht mehr dem Nationalen Sicherheitsrat der Vereinigten Staaten an. Das teilte das Weiße Haus am Mittwoch mit .Trump habe das Gremium umorganisiert und Bannon abgezogen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person.

          Ein weiterer Verlierer der Änderung ist demnach Tom Bossert, Trumps Berater in Fragen der inneren Sicherheit (Homeland Security). H.R. McMaster bekommt hingegen mehr Kompetenzen. Der Nationale Sicherheitsberater des Weißen Hauses dürfe fortan die Tagesordnung des wichtigen Gremiums bestimmen.

          Bannon soll an keiner Sitzung teilgenommen haben

          Der Nationale Sicherheitsrat  berät den Präsidenten in wichtigen Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik.Das Gremium, im Englischen „National Security Council“ (NSC) genannt, wurde 1947 gegründet. Geleitet wird es vom Präsidenten oder dem Vizepräsidenten.

          Zu den ständigen Mitgliedern des NSC gehören die Minister der Ressorts Äußeres, Finanzen, Verteidigung, Energie, Justiz und Heimatschutz, außerdem der amerikanische Botschafter bei den Vereinten Nationen, der Nationale Sicherheitsberater und der Präsidentenberater in Fragen des Heimatschutzes. In einem aufsehenerregenden Schritt hatte Trump Ende Januar seinen Chefstrategen Bannon in das „Principals Committee“, eine Unterabteilung des Rates, berufen.

          Washington : Trump wirft Berater Bannon aus Nationalem Sicherheitsrat

          Bannon ist Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats, seit Trumps Präsidentschaft begonnen hat. Das hatte für scharfe Kritik gesorgt. Der frühere Chef der umstrittenen Internet-Plattform „Breitbart News“ habe dort vor allem Trumps damaligen Sicherheitsberater Michael Flynn kontrollieren sollen. Flynn wurde allerdings kurze Zeit später entlassen, weil er offenbar Kontakte zu Russland unterhalten hatte. Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses sagte, dass Bannon bisher an keiner Sitzung des Sicherheitsrats teilgenommen habe.

          Bannon wird als blitzgescheiter Mann ohne viele Skrupel beschrieben. Kritiker sagen, er solle Trump weiter ein rechtes Spektrum erschließen. Während seiner Zeit bei „Breitbart News“ agierte er als Chef jahrelang offen nationalistisch am rechten Rand. Auch Antisemitismus wurde ihn mehrmals zur Last gelegt.

          Erst vor 25 Jahren war Bannon Teil des Establishments, das er heute bekämpfen will. In seiner Zeit bei Goldman Sachs kam er zu einigem Reichtum, bezeichnet sich nun jedoch selber als „Leninist“, da Lenin den Staat habe zerstören wollen – dies sei auch sein Ziel. Schon während des Präsidentschaftswahlkampfes vergangenen Jahres kam Bannon zu Trump, als dieser sein Wahlkampfteam radikal umbaute.

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