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Bidens Sieg : So reagiert die internationale Politik

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Der voraussichtlich künftige Präsident der Vereinigten Staaten, Joe Biden, und Bundeskanzlerin Angela Merkel im Jahr 2013 in Berlin Bild: dpa

Sie freue sich auf die Zusammenarbeit, teilt Bundeskanzlerin Merkel nach dem Wahlsieg des Demokraten mit. Auch weitere Regierungschefs übermitteln ihre Glückwünsche - doch längst nicht alle.

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Joe Biden zu seinem Sieg bei der amerikanischen Präsidentenwahl gratuliert. „Ich wünsche ihm von Herzen Glück und Erfolg und gratuliere ebenso Kamala Harris, der gewählten ersten Vizepräsidentin ihres Landes“, hieß es in einer über Twitter verbreiteten Stellungnahme. „Ich freue mich auf die künftige Zusammenarbeit mit Präsident Biden. Unsere transatlantische Freundschaft ist unersetzlich, wenn wir die großen Herausforderungen dieser Zeit bewältigen wollen.“

          Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier brachte in einem Gratulationsschreiben an Biden seine Hoffnung auf mehr Verlässlichkeit und Vernunft in der Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten zum Ausdruck. „Mit Ihrer Präsidentschaft verbinden sich die Hoffnungen unzähliger Menschen, weit über die Grenzen Ihres Landes hinaus, auch in Deutschland. Es ist die Hoffnung auf eine neue Gemeinsamkeit. Es ist die Hoffnung auf Verlässlichkeit, Vernunft und die beharrliche Arbeit an Lösungen in einer unruhigen Welt“, heißt es in dem Schreiben.

          Biden stehe für ein Amerika, „das um den Wert von Allianzen und Freunden, von Verlässlichkeit und Vertrauen weiß“. „Sie werden in Deutschland einen starken Partner finden. Lassen Sie uns gemeinsam mit unseren europäischen Nachbarn die transatlantische Partnerschaft erneuern“, schreibt der Bundespräsident. „Deutschland ist bereit, an Ihrer Seite für eine bessere, friedlichere und gerechtere Welt einzutreten.“ Auch für die große Herausforderung, eine neue Gemeinsamkeit aller Amerikanerinnen und Amerikaner untereinander zu stiften, wünsche er ihm Erfolg.

          Maas: „Neuanfang“

          Außenminister Heiko Maas (SPD) warb derweil für einen Neustart der schwer angeschlagenen Beziehungen. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der nächsten US-Regierung“, schrieb er auf Twitter. „Wir wollen in unsere Zusammenarbeit investieren, für einen transatlantischen Neuanfang, einen New Deal.“

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          EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb auf Twitter: „Die EU und die Vereinigten Staaten sind Freunde und Verbündete, unsere Bürgerinnen und Bürger haben die tiefsten Verbindungen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem designierten Präsidenten Biden“. EU-Ratschef Charles Michel äußerte sich vorsichtiger und verwies darauf, dass die Ergebnisse der Wahl erst noch bestätigt werden müssten. Dennoch gratulierte er Biden und dessen künftiger Vizepräsidentin Kamala Harris.

          Nach Angaben aus EU-Kreisen gab es innerhalb der Europäischen Union eine Abstimmung darüber, zu welchem Zeitpunkt eine Gratulation angebracht ist. Um 19.00 Uhr deutscher Zeit fiel die Entscheidung – eineinhalb Stunden nachdem klar war, dass Biden uneinholbar vor Donald Trump liegt. Der amtierende Präsident hat allerdings in mehreren Bundesstaaten juristische Schritte gegen die Ergebnisse oder die weitere Auszählung abgegebener Stimmen eingeleitet.

          Noch keine Gratulation aus China oder Russland

          Vielleicht auch deswegen gratulierten am Samstag noch nicht alle Staats- und Regierungschefs. Aus China, und Russland kamen zunächst noch keine Glückwünsche, dafür aber aus Ägypten, Libyen und dem Libanon, aus Neuseeland, Indien oder auch Pakistan.

          Israels Ministerpräsident schrieb Netanjahu am Sonntag auf Twitter: „Joe, wir haben seit fast 40 Jahren eine lange und herzliche persönliche Beziehung.“ Er kenne Biden auch als „großen Freund Israels“ und freue sich darauf, mit ihm und Harris zusammenzuarbeiten „um das besondere Bündnis zwischen den Verienigten Staaten und Israel zu vertiefen“. Seinem engen Verbündeten Trump dankte Netanjahu „für die Anerkennung Jerusalems und der Golanhöhen, für die entschlossene Haltung gegenüber Iran, für die historischen Friedensabkommen“ und dafür, dass er die Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Staaten auf einen nie dagewesenen Höchststand gebracht habe.

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