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Trump und die Saudis : Willkommen in Riad

Präsident Trump wird vom saudischen König am Flughafen in Riad empfangen Bild: AFP

Die saudische Königsfamilie ist ein bekennender Befürworter des amerikanischen Präsidenten. Die Herrscher auf der Arabischen Halbinsel begrüßen Trumps harten Kurs gegen den Erzfeind Iran. Ein Besuch im Golfstaat soll klare Fakten schaffen.

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          Kaum ein anderes Land weinte dem scheidenden amerikanischen Präsidenten Barack Obama so wenige Tränen nach wie Saudi-Arabien, und kaum eine andere Region begrüßte den neuen Präsidenten Donald Trump mit so frenetischem Applaus wie die Herrscher auf der Arabischen Halbinsel. Was sie Obama vorwarfen, war schwerwiegend: Er habe das Gleichgewicht am Golf zerstört. Über Jahrzehnte standen auf der einen Seite Saudi-Arabien und Amerika und auf der anderen Iran. Unter Obama zogen sich die Vereinigten Staaten aber zurück. Iran sah sich nur noch Saudi-Arabien gegenüber, das sich indes der amerikanischen Rückendeckung nicht mehr sicher war, und das seit Jahren ohne starke arabische Verbündete auskommen muss. Denn der Irak ging durch den Sturz Saddam Husseins an Iran verloren, und die Ägypter bekommen ihr Land nicht in Ordnung. Beide fallen als regionale Akteure also aus – es entstand ein Vakuum. Saudi-Arabien konnte nicht verhindern, dass Iran es füllt.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.
          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

          In diese depressive Lage stoßen nun zwei Winde, von denen die Golfaraber hoffen, dass sie die Region reinigen werden: Der große Wind heißt „Trump“, der kleine „Brexit“. Dank Trump habe sich die „Psychologie der Region“ verändert, sagt Badi al Awwad, außenpolitischer Fachmann an der König-Faisal-Stiftung in Riad. Zwar hätten die Golfaraber ebenfalls kein allzu großes Vertrauen in die Berechenbarkeit Trumps. Zuversicht schaffe nach acht Jahren Obama aber, wie er Iran, zumindest rhetorisch, in die Schranken weise. Trump sei damit für die Region ein „Game changer“. Man stehe vor dem Neubeginn der strategischen Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und dem Königreich.

          Und was ist mit dem kleinen Wind am Golf, dem „Brexit“? Der britische Außenminister Boris Johnson hatte bald nach dem Referendum ausgerufen, Großbritannien sei „im Osten von Suez zurück“. 1971 hatte London seine Präsenz aus wirtschaftlichen Gründen dort massiv abgebaut. Nach dem Brexit aber braucht Britannien neue Partner. Premierministerin Theresa May hatte unmittelbar nach Ingangsetzen des Austrittsprozesses als erstes Land Saudi-Arabien besucht und um saudische Investitionen geworben. May ist es gelungen, die sechs Monarchen des Golfkooperationsrats (GCC) im November zu ihrem ersten Gipfeltreffen außerhalb der Arabischen Halbinsel nach London einzuladen.

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          Agenda der letzten arabischen Regionalmacht

          In Europa wie in Amerika setzt sich die Erkenntnis durch, dass es Saudi-Arabien, der letzten arabischen Regionalmacht, nicht darum geht, in anderen Ländern eine bestimmte politische Ordnung durchzusetzen. Priorität hat für Riad vielmehr, die bestehenden Nationalstaaten in ihren Grenzen und mit ihren Institutionen zu erhalten, unabhängig von der politischen Ordnung im Inneren. Wo heute Nationalstaaten durch Krieg und Zerfall zerstört werden, sollen sie wiederhergestellt werden. So hat Adel al Jubeir im April als erster saudische Außenminister seit 1990 Bagdad besucht, und daher ist für diesen Sonntag zum Treffen arabischer Führer mit Trump auch der irakische Ministerpräsident Haidar al Abadi nach Riad eingeladen. Denn der Irak soll unter Abadi, einem Schiiten zwar, aber eben auch einem irakischen Nationalisten, als ein selbständiger Staat erhalten bleiben, der sich aus eigener Kraft reformieren und den iranischen Einfluss fernhalten kann.

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          Iran ist für Saudi-Arabien zu einer Obsession geworden. Das Königreich sieht in der Islamischen Republik die größte Bedrohung seiner Existenz; diese Gefahr wird für größer gehalten als der politische Islam der Muslimbruderschaft und der islamistische Extremismus. Zu hören ist in Saudi-Arabien immer wieder, Iran dränge, wie zuletzt unter der Achämeniden in der Antike, auch heute wieder an das östliche Mittelmeer. Iran hat das teilweise geschafft: Es ist der wichtigste Sponsor für die Hamas im Gazastreifen, im Libanon geht nichts ohne die schiitische Hizbullah, und in Syrien sind die von Iran geführten schiitische Milizen die wichtigsten Bodentruppen des Regimes. Die kommen aus dem Irak, aus Pakistan, Afghanistan und sogar aus Bahrein, und sie sind nach dem Vorbild der iranischen Revolutionswächter gebildet. Wenn Iran jeweils am letzten Freitag im Ramadan den „Qods-Tag“, den „Jerusalem-Tag“, feiert, ist nicht Jerusalem wichtig, sondern die Nähe zum Mittelmeer.

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