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Facebook schlägt Alarm : Die Petersburger Trolle sind zurück

Wieder einmal versucht Russland offenbar, amerikanische Wähler in den sozialen Medien zu beeinflussen. Bild: AP

Facebook und Twitter warnen vor einem alten Bekannten: Die russische „Internet Research Agency“ versuche wieder, den Wahlkampf zu beeinflussen. Dabei geht sie offenbar gewiefter vor als 2016.

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          Wieder einmal hat Facebook Nutzerkonten gesperrt, die es auf die russische „Internet Research Agency“ zurückführt. Auch dieses Mal gehe es um den Versuch, die amerikanische Präsidentenwahl zu beeinflussen. Wie das Unternehmen am Dienstag in einem Bericht mitteilte, habe es dreizehn Konten und zwei Seiten aus dem sozialen Netzwerk entfernt. Ziel sei es gewesen, Nutzer auf eine Internetpräsenz umzuleiten, die als Nachrichtenseite mit dem Namen „Peacedata“ (Friedensdaten)  getarnt sei.

          Oliver Kühn
          Redakteur in der Politik.

          Laut Facebook stand die Gruppe erst am Anfang ihrer diesjährigen Bemühungen; die englischsprachige Seite habe lediglich 200 Follower gehabt. Darüber hinaus teilte der Kurznachrichtendienst Twitter mit, ebenfalls fünf Nutzerkonten gesperrt zu haben, die in Verbindung zu der Website gestanden hätten.

          In der „Internet Research Agency“ (IRA) mit Sitz in Sankt Petersburg sollen 2016 die vielfältigen russischen Versuche koordiniert worden sein, die Präsidentenwahl vor vier Jahren zu beeinflussen. Damals war die als Trollfabrik bezeichnete Firma vor allem in den sozialen Medien aktiv und hatte dort Falschnachrichten verbreitet. in den vergangen vier Jahren hat Facebook rund ein Dutzend Netzwerke aufgedeckt, hinter denen es die IRA vermutet. Das Unternehmen hat mitgeteilt, einige dieser Netzwerke hätten Verbindungen zu Jewgenij Prigoschin, einem russischen Oligarchen, der oft als Putins Koch bezeichnet wird und wegen mutmaßlicher Wahlbeeinflussung in den Vereinigten Staaten angeklagt wurde.

          Vor allem an Linke gerichtet

          Facebook sei aktuell auf das Netzwerk durch einen Hinweis des FBI aufmerksam geworden, heißt es in dem Bericht. Das Unternehmen hat die Daten dem Netzwerk-Analyse-Unternehmen Graphika zugänglich gemacht, das am Dienstag ebenfalls einen Bericht veröffentlichte, in dem es die Tätigkeiten des Netzwerks ausführlich beschreibt.

          Die Präsenz in den sozialen Medien war demnach nur Mittel zum Zweck. Dort sollten Menschen erreicht werden und auf die im Dezember 2019 eingerichtete Website mit dem Namen „Peacedata“ gelockt werden. Diese verkauft sich in einer Selbstbeschreibung als „globale Nachrichtenorganisation“. Das Ziel sei, „ein Bewusstsein für Korruption, die Klimakrise, Machtmissbrauch, bewaffnete Konflikte, Aktivismus und Menschenrechte“ zu schaffen. „Wir berichten über Geschehnisse, über die normalerweise nicht berichtet wird oder die von der Öffentlichkeit versteckt werden“, heißt es dort. Damit steht die Seite thematisch den Kreml-Medien RT und Sputnik sehr nahe, die das gleiche von sich behaupten.

          Wie Graphika in seinem Bericht schreibt, hätten sich die Nachrichten vor allem an politisch weit links stehende Leser gewandt. So habe es Artikel über die Proteste gegen Rassismus, über Einflussnahme und Kriegsverbrechen der Vereinigten Staaten in anderen Staaten, Korruption und die Nachteile des Kapitalismus gegeben. Diese seien gezielt in linken Facebook-Gruppen verbreitet worden, jedoch mit kaum messbarem Erfolg. Das Ziel der Bemühungen sei gewesen, Anhänger der Demokraten von der Stimmabgabe für Joe Biden, den demokratischen Kandidaten bei Präsidentenwahl im November, abzuhalten. Er sei in den Artikeln als zu wenig progressiv kritisiert worden. In einem Beitrag habe es geheißen, er habe sich „rechtem Populismus“ ergeben. Demnach wäre es die Absicht der Betreiber, potentielle Demokraten-Wähler von einer Wahl abzuhalten. Dieselbe Taktik verfolgte Russland nach amerikanischen Untersuchungsberichten im Jahr 2016.

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