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Republikaner-Streitgespräch : „Hätte Trump nicht geerbt, würde er Uhren in Manhattan verkaufen“

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Donald Trump muss sich gegen heftige Attacke wehren. Bild: AP

In der TV-Debatte vor dem „Super Tuesday“ haben Marco Rubio und Ted Cruz den Milliardär Donald Trump scharf attackiert. Rubio wirft Trump vor, illegale Einwanderer beschäftigt zu haben.

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          Nach seinen Siegen in drei der ersten vier Vorwahlen der Republikaner ist der Geschäftsmann Donald Trump von seinen Rivalen Marco Rubio und Ted Cruz scharf attackiert worden. In der letzten Fernsehdebatte vor dem „Super Tuesday“, wenn die republikanische Basis in elf Bundesstaaten abstimmt, warf Rubio dem Immobilientycoon am Donnerstagabend vor, auf seinen Baustellen illegale Einwanderer beschäftigt zu haben.

          „Die Leute können das nachschauen. Ich bin sicher, dass die Leute das in diesem Moment googeln. Polnische Arbeiter. Eine Strafe von einer Million Dollar, weil er polnische Arbeiter bei einem seiner Projekte beschäftigt hat“, sagte Rubio bei der Debatte im texanischen Houston. Mit Blick auf Trumps Plan einer Mauer an der Grenze zu Mexiko fügte er später hinzu: „Wenn er die Mauer auf die Weise baut, wie er die Trump Tower gebaut hat, dann wird er dabei illegale Einwanderer einsetzen.“

          Trump entgegnete scharf auf Rubios Breitseite: „Ich bin der einzige auf dieser Bühne, der Leute eingestellt hat. Du hast niemanden eingestellt.“ Doch der Senator schoss zurück und sprach die Herkunft des Milliardärs aus reichen Verhältnissen an: „Wenn er nicht 200 Millionen geerbt hätte, wisst ihr wo Donald Trump jetzt wäre? Uhren verkaufen in Manhattan.“

          Auch Cruz ging Trump bei der vom Nachrichtensender CNN übertragenen Debatte hart an und warf dem Geschäftsmann Opportunismus bei seiner harten Haltung in der Einwanderungspolitik vor. Der Immobilienmagnat habe in der Vergangenheit Wahlspenden an Politiker gegeben, die eine Einwanderungsreform unterstützt hätten.

          Rubio wartet noch auf Sieg

          Cruz hatte Anfang Februar die erste Vorwahl der Republikaner in Iowa gewonnen. Die nächsten drei Abstimmungen in New Hampshire, South Carolina und Nevada gingen klar an Trump, der auch in landesweiten Umfragen in Führung liegt. Rubio, hinter dem sich gemäßigte Konservative und das republikanische Establishment versammelt haben, wartet noch auf einen Vorwahl-Sieg. Im Rennen sind weiterhin auch Ohios Gouverneur John Kasich und der frühere Neurochirurg Ben Carson, die ebenfalls an der Fernsehdebatte teilnahmen.

          Bei den Demokraten gilt Ex-Außenministerin Hillary Clinton als Favoritin, ihr Rivale Bernie Sanders setzt sie aber von links unter Druck. Die nächste Demokraten-Vorwahl findet am Samstag in South Carolina statt. Anschließend ringen die Präsidentschaftsbewerber beider Parteien am Dienstag beim „Super Tuesday“ in je elf Staaten um Delegiertenstimmen.

          Die Abstimmungen beider Parteien in den 50 Bundesstaaten ziehen sich bis in den Frühsommer hin, ihre Kandidaten küren die Delegierten von Republikanern und Demokraten offiziell bei den Nominierungsparteitagen im Juli. Die Vereinigten Staaten wählen dann am 8. November ein neues Staatsoberhaupt. Der Demokrat Barack Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal antreten.

          Vorwahl in South Carolina : Wer wählt eigentlich Trump?

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