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Proteste gegen Corona-Auflagen : Angefeuert vom Präsidenten

  • -Aktualisiert am

Eine Demonstrantin in Annapolis sitzt mit einer Amerika-Flagge im Autofenster. Bild: Reuters

Trump ermuntert die Bevölkerung mehrerer Bundesstaaten, ihre Gouverneure unter Druck zu setzen. Sie sollen Corona-Bestimmungen lockern. Das Ergebnis: Proteste. Viele treibt die wirtschaftliche Not um. Ein Ortsbesuch.

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          Die sogenannte Befreiung Marylands beginnt auf dem Verkehrskreisel um die Kirchengemeinde Saint Anne. Von hier aus nehmen die Autos, Pritschenwagen und Motorräder Kurs auf das kleine „State House“ in Annapolis, der Hauptstadt des Bundesstaates an der Chesapeake Bay. Es ist der älteste Parlamentssitz in Amerika. Für kurze Zeit beheimatete es sogar den Kongress der Vereinigten Staaten. Normalerweise geht es in Annapolis ruhig und beschaulich zu. Doch am Samstag ist die Stimmung aufgeladen. Der Autokorso, der hupend durch die Stadt fährt, ist eine von vielen Demonstrationen im Land.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Nach Wochen des pandemiebedingten „Shutdowns“ haben einige Leute genug. In Annapolis kommen sie hauptsächlich aus dem Umland, aus kleinen Gemeinden und vom Land, wo sie das Coronavirus und seine Folgen hauptsächlich aus dem Fernsehen kennen. Für ihr Anliegen, vom Gouverneur eine Aufhebung des „Stay at home“-Erlasses zu verlangen, haben sie einen mächtigen Verbündeten. Einige sind ältere Männer mit Bart und T-Shirt in Tarnfarben. „My business is dying“, steht auf den Schildern, die sie aus den Fenstern halten. Und: „Ich muss meine Familie versorgen.“

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