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Proteste gegen Justizentscheid : Zwei Polizisten in Louisville angeschossen

  • Aktualisiert am

Ein Demonstrant vor einer Reihe Polizisten am Mittwoch in Louisville Bild: AFP

Ein Gericht spricht die Polizisten frei, die beim tödlichen Einsatz gegen die Schwarze Breonna Taylor beteiligt waren. In vielen amerikanischen Städten ziehen danach wieder Demonstranten durch die Straßen. Es kommt zu neuer Gewalt.

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          Bei Protesten in Louisville gegen die umstrittene Justizentscheidung im Fall der bei einem Polizeieinsatz getöteten Schwarzen Breonna Taylor sind zwei Beamte angeschossen worden. Beide würden sich voraussichtlich erholen, sagte der Interims-Polizeichef von Louisville im amerikanischen Bundesstaat Kentucky, Robert Schroeder, am Mittwochabend. Einer der beiden Polizisten werde operiert. Die Beamten seien in Louisville ausgerückt, um Berichten über Schüsse auf einer Straßenkreuzung nachzugehen, als das Feuer auf sie eröffnet worden sei. Ein Verdächtiger sei festgenommen worden. Ob die Person an den Demonstrationen teilgenommen hatte, teilte Schroeder nicht mit.

          Eine Grand Jury hatte sich am Mittwoch gegen eine direkte Anklage der an dem tödlichen Einsatz gegen Taylor beteiligten Beamten entschieden. Die junge Notfallsanitäterin war in ihrer eigenen Wohnung erschossen worden, als Polizisten sie am 13. März im Rahmen einer Drogenrazzia stürmten. Ihr Tod hatte ebenso wie der des Schwarzen George Floyd zu den Massenprotesten gegen Rassismus und Polizeigewalt in den Vereinigten Staaten beigetragen.

          Die Grand Jury stellte fest, dass der Schusswaffeneinsatz der zwei Beamten aus Selbstschutz gerechtfertigt gewesen sei. Taylors Freund hatte einen Schuss auf einen Polizisten abgegeben, als die Tür eingetreten wurde. Der Beamte wurde am Bein getroffen und feuerte zurück, auch Kollegen vor der Wohnung drückten ab. Einer der Beamten wurde lediglich der mutwilligen Gefährdung von Taylors Nachbarn beschuldigt. Er hatte in eine Nachbarwohnung gefeuert. Die Bundespolizei FBI ermittelt noch zu möglichen Verstößen gegen Bundesgesetze in Verbindung mit der Razzia in Taylors Wohnung.

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          Ben Crump, der Anwalt von Taylors Familie, nannte die Entscheidung der Jury auf Twitter „empörend und beleidigend“. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden und seine Kandidatin für die Vizepräsidentschaft Kamala Harris sprachen sich für eine Reform der Polizei aus. Während Ermittlungen der Bundespolizei noch andauerten, „müssen wir nicht auf die finale Entscheidung dieser Ermittlungen warten, um mehr zu tun, um Gerechtigkeit für Breonna zu schaffen“, teilte Biden am Mittwoch mit. Der Einsatz von exzessiver Gewalt und Würgegriffen durch die Polizei sowie Haftbefehle und das Eindringen auf Grundstücken ohne zu klopfen oder zu klingeln, müssten reformiert werden, ergänzte Biden. Auch Harris sprach sich auf Twitter dafür aus, den Einsatz sogenannter no-knock-warrants zu überarbeiten, und nicht aufzuhören, den Namen von Breonna auszusprechen.

          Unmittelbar nach der Entscheidung zogen Protestierende durch die Straßen und riefen: „Keine Gerechtigkeit, kein Frieden“. Auch New York, Chicago, Washington, Atlanta und Philadelphia protestierten Menschen.

          In der Innenstadt von Louisville versuchten Demonstrierende Polizeiblockaden zu umgehen, während die Beamten Pfefferspray einsetzten, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AP berichtete. Die Menschen hielten sich die Ohren zu, rannten weg und suchten nach Orten, um sich zu verstecken. Polizisten mit Gewehren und Kampfausrüstung schwärmten aus, militärähnliche Fahrzeuge blockierten Straßen. Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und der Polizei. Einige Teilnehmer der Demonstrationen wurden festgenommen.

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