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Trumps Gehilfen : Biedermann und Brandstifter

  • -Aktualisiert am

Stand by your man: Trump und Priebus auf der Party in der Wahlnacht. Bild: AP

Sie sind die wichtigsten Helfer des neuen amerikanischen Präsidenten: Bannon wird als Bombenleger im Hintergrund bezeichnet, Priebus ist ein Technokrat. Wie Trump es bei der Besetzung des Weißen Hauses allen recht machen will.

          6 Min.

          Ein Technokrat aus dem Republikaner-Establishment wird Donald Trumps Stabschef. Ein Propagandist mit engen Beziehungen in die rassistische, antisemitische und antimuslimische „Alt-Right-Bewegung“ kommt als „Chefstratege“ mit ins Weiße Haus. Dass sich Trump beim Abwägen zwischen Reince Priebus und Stephen Bannon für ein Sowohl-als-auch entschied, legt nahe, sich einen Dauer-Dualismus zweier charakterlich wie ideologisch radikal entgegengesetzter Persönlichkeiten auszumalen - zumal sie sich nach offizieller Mitteilung als „gleichberechtigte Partner“ verstehen sollen.

          Andreas Ross
          (anr.), Politik

          Doch vielleicht muss man sich die seit August im Wahlkampf erprobte Zusammenarbeit der beiden eher als Dreiecksbeziehung vorstellen. Denn Bannon, so brachte es der Journalist Joshua Green im vorigen Jahr auf den Punkt, sei wie zwei Leute in einer Person. Es gebe den Dr.-Jekyll-Bannon, der an der Wall Street reich wurde und dem politischen Gegner mit gründlichen Recherchen und in enger Zusammenarbeit mit seriösen Medien zu Leibe rückt. Und es gebe den derben Mr.-Hyde-Bannon, der mit Desinformation und Hetze seiner Ideologie zum Sieg verhelfen will und keinem Kampf aus dem Weg geht.

          Die zwei Gesichter des Stephen Bannon

          Bannon eins hat das „Government Accountability Institute“ gegründet und dafür gesorgt, dass der Autor Peter Schweizer alle Mittel besaß, um in einem Buch beschreiben zu können, wie die Clintons von den Aktivitäten ihrer Stiftung profitieren, um ihr persönliches Vermögen zu mehren. Schweizer hatte im sogenannten „Dark Web“ genug Informationen gefunden, um ausgiebig in linksliberalen Blättern gewürdigt zu werden.

          Bannon zwei ist der, über den einer seiner Mitarbeiter beim Internetportal Breitbart News voriges Jahr sagte: „Wenn es irgendwo eine Explosion oder einen Brand gibt, dann steht sicher Steve mit ein paar Streichhölzern in der Nähe.“ Die Website Breitbart.com, die Bannon nach dem plötzlichen Tod des Gründers und Namensgebers von 2012 bis zum August dieses Jahres leitete, bietet denn auch ein tägliches Feuerwerk - erst recht, seitdem Bannon die Losung ausgab, Trump zum Sieg zu verhelfen. Nachdem Bill Kristol, der Herausgeber des erzkonservativen „Weekly Standard“ eine Anti-Trump-Ausgabe produziert hatte, bezeichnete Breitbart News ihn in als „Renegade Jew“: einen „jüdischen Überläufer“. Nachdem ein weißer Rassist im Juni 2015 neun schwarze Kirchgänger in Charleston erschossen hatte, forderte Breitbart News die Leser auf, die Konföderierten-Flagge zu hissen, mit der sich der Täter gezeigt hatte. „Politische Korrektheit“ wurde bei Breitbart als „muslimische Vergewaltigungskultur“ definiert. Seit Trumps Wahlsieg hat die Website aus dem ganzen Land gemeldete Übergriffe gegen Latinos oder Muslime als „erfunden“ bezeichnet und die Anti-Trump-Demonstranten als „Heulsusen“ abgetan. Vor der Wahl gab es Gerüchte und Indizien, Trump könnte mit Bannon einen großen Medienkonzern gründen. Fürs Erste geht es stattdessen ins Weiße Haus.

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