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Treffen in Rom : Trump will nicht vergessen, was der Papst ihm gesagt hat

  • -Aktualisiert am

Die Trumps zu Gast im Vatikan bei Papst Franziskus Bild: AP

Eine halbe Stunde dauert die Begegnung zwischen Papst Franziskus und Donald Trump. Fragen wirft Melania Trump auf: Warum trägt sie im Vatikan einen Schleier, obwohl das dort außer Mode geraten ist, und nicht in Saudi-Arabien?

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          Von diesem Fototermin ist wenig abzulesen: Nach gut dreißig Minuten unter vier Augen in der päpstlichen Bibliothek im Apostolischen Palast, darf der amerikanische Präsident Donald Trump dem Papst seine Delegation vorstellen. Der New Yorker Milliardär, der gerade zum ersten Mal als amerikanischer Präsident in Europa weilt, grient in die Kameras und freut sich sichtlich über diese Gelegenheit. Nach dem Empfang im Vatikan twittert er: „Ich verlasse den Vatikan entschlossener denn je, den Frieden in unserer Welt zu verfolgen.“ Er nennt das Treffen eine „einmalige Ehre“ und erklärt, er werde „nicht vergessen, was der Papst ihm gesagt hat“. Der Vatikan spricht von „herzlichen Gesprächen“.

          Auf Zuschauer wirkt die Atmosphäre vorher eher steif und kalt. Der argentinische Papst scheint in sich gekehrt und lässt das Blitzlichtgewitter über sich ergehen, während er womöglich hört, dass draußen auf dem Petersplatz viele zehntausend Gläubige auf seine Generalaudienz warten. Nur noch ein paar Minuten dieses offiziellen Termins, dann darf der Papst das tun, was er am liebsten tut: ohne Protokoll und mit seinem ganzen Herzen bei den einfachen Menschen sein. „Allein die Tatsache, dass Donald Trump in den Vatikan kommt und einen Dialog führt, ist ziemlich positiv“, hatte der päpstliche Nuntius in Washington, Erzbischof Christophe Pierre vorab befunden. „Wenn zwei Menschen, die enorme Verantwortung tragen, sich begegnen, dann kann das Türen öffnen“, meinte Pierre.

          Körperbetontes schwarzes Kleid und keuscher Schleier

          Als der Präsident dem Papst seine aus Slowenien stammende katholische Frau Melania vorstellt, lächelt Franziskus dem früheren Modell dann aber doch heiter entgegen. Ihre hohen Absätze und das körperbetonte schwarze Kleid wollen nicht so recht zu dem keuschen Schleier auf dem Kopf Melania Trumps passen. Warum trägt sie eigentlich im Vatikan einen Schleier, wo das gerade außer Mode geraten ist, und nicht beim Besuch in Saudi-Arabien vor wenigen Tagen, wo dergleichen üblich bleibt? Der Papst wechselt mit Melania ein paar Worte. Mutmaßlich bedankt er sich für ihren Brief, in dem sie ihre Vorfreude auf diese Begegnung ausgedrückt hatte. Sie bekommt einen vor ihren Augen gesegneten silbernen Rosenkranz.

          Trumps Frauen folgen einer alten Tradition, die allerdings bereits unter Benedikt XVI. für nichtkatholische Ehefrauen von Staatschefs unüblich wurde.
          Trumps Frauen folgen einer alten Tradition, die allerdings bereits unter Benedikt XVI. für nichtkatholische Ehefrauen von Staatschefs unüblich wurde. : Bild: POOL/EP/REX/Shutterstock

          Mit dem gesamten barocken Protokoll des Vatikans hatte Papst Franziskus am frühen Mittwoch um 8.30 Uhr den amerikanischen Präsidenten Donald Trump empfangen. Die Schweizer Garde salutierte am Damasus-Hof und vor der Scala Regia des barocken Baumeisters Bernini. Sämtliche Gentiluomini seiner päpstlichen Heiligkeit, die „Laiendiener“, geleiteten die zwölf Mitglieder starke Delegation mit Frack und Orden über die sich optisch verengende Treppe hoch und dann durch die Sala Clementina in die Empfangsräume des Papstes. Der deutsche Präfekt des päpstlichen Hauses Erzbischof Georg Gänswein verwickelte dabei den Präsidenten in einen freundlichen Smalltalk.

          Der argentinische Papst scheint in sich gekehrt und lässt das Blitzlichtgewitter über sich ergehen.
          Der argentinische Papst scheint in sich gekehrt und lässt das Blitzlichtgewitter über sich ergehen. : Bild: dpa

          Trump kam im dunklen Anzug mit weiß-blau gestreiftem Schlips. Der nicht gerade durch seine Religiosität bekannte Presbyterianer, dem manche freilich auch evangelikale Neigungen zusprechen, schien nervös und strich sich immer wieder über seine blonde Haartolle. Hinter den beiden folgten Frau Melania und Tochter Ivanka an der Seite ihres Mannes Jared Corey Kushner, einem jüdischen Immobilienhändler und Berater des Schwiegervaters. Auch Ivanka schmückte ein Schleier auf dem Haar. Damit folgen die Frauen im Gefolge Trumps einer alten Tradition, die allerdings bereits unter Benedikt XVI. für nichtkatholische Ehefrauen von Staatschefs unüblich wurde. Für königliche Begleiterinnen war einst sogar der weiße Schleier Protokoll.

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