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Nach Anschlag in Orlando : Clinton präsentiert Strategie gegen Terror-Einzeltäter

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Die demokratische Bewerberin Hillary Clinton stellt ihre Strategie gegen „einsame Wölfe“ vor. Bild: AP

Die Bewerberin reagiert auf den Terror von Orlando mit einer Strategie gegen Einzeltäter und kritisiert Saudi-Arabien. Auch Trump trommelt für seine Idee: Die Einreise aus verdächtigen muslimischen Staaten müsse sofort gestoppt werden.

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          Als Konsequenz aus dem Anschlag von Orlando hat die voraussichtliche amerikanische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton angekündigt, bei einem Wahlsieg verstärkt gegen potenzielle terroristische Einzeltäter vorzugehen. Sie werde den Kampf gegen diesen als „einsamen Wolf“ bezeichneten Tätertypus zu ihrer „obersten Priorität“ machen, sagte die frühere Außenministerin in einer Rede in Washington.

          Der Attentäter von Orlando, Omar Mateen, hatte nach vorläufigen Erkenntnissen der Ermittler keine Hintermänner, auch wenn er sich in einem Anruf bei der Polizei zur Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) bekannte. Nach Angaben des Chef der Bundespolizei FBI, James Comey, gibt es bislang keinerlei Hinweise darauf, dass Mateen vernetzt gewesen sei.

          Die Ergebnisse lenken den Fokus auf die „einsamen Wölfe“, also Einzeltäter mit extremistischer Weltsicht, die sich im Land selbst radikalisieren und keinen direkten Kontakt zu extremistischen Organisationen wie dem IS unterhalten.

          Clinton sagte, um bei der Identifizierung solcher potenzieller Terroristen voranzukommen, wolle sie als Präsidentin ein Team aus Regierungsmitarbeitern, Vertretern der Privatwirtschaft und der Kommunen zusammenstellen. Außerdem sollten die Polizei und Geheimdienste alle notwendigen Ressourcen zur Verfügung gestellt bekommen.

          Der Attentäter von Orlando sei zwar tot, „aber das Virus, das seinen Geist vergiftet hat, bleibt sehr lebendig“, warnte die voraussichtliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten.

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          Sie kritisierte mehrere arabische Länder scharf dafür, extremistisch-islamistische Ideologien zu befördern. Saudi-Arabien, Katar und Kuwait dürften nicht länger zulassen, dass Bürger ihrer Länder extremistische Organisationen finanzierten. Auch dürften diese Staaten nicht weiter „radikale Schulen und Moscheen in der ganzen Welt unterstützen, die schon zu viele junge Leute auf die Spur in Richtung Extremismus gesetzt“ hätten.

          Der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner, Donald Trump, wiederholte seine Forderung, die Einreise aus allen Staaten stoppen, die unter Terrorverdacht stünden. „Wir können den Bann wieder lockern, wenn wir in der Lage sind, sie genau zu überprüfen“, sagte der Immobilienmilliardär in einer Rede im Bundesstaat New Hampshire.

          Bei dem Anschlag auf einen Schwulen-Club in Orlando und der anschließenden dortigen Geiselnahme waren 49 Menschen sowie der Täter getötet worden. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei hatte die Geiselnahme schließlich gewaltsam beendet, weil es nach Polizei-Angaben um das Leben der Geiseln fürchtete.

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