https://www.faz.net/-gpf-9i4fm

CDU-Politiker mahnt : „Amerika als Weltordnungsmacht nicht ersetzbar“

  • Aktualisiert am

Donald Trump spricht bei seinem Besuch im Irak in einem Hangar vor amerikanischen Soldaten. Bild: AP

Trump sagt, sein Land könne kein Weltpolizist mehr sein. Die Lage werde dadurch unsicherer, so Norbert Röttgen. Der CDU-Außenexperte sieht andere Länder in die Lücke stoßen.

          1 Min.

          Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), hat sich besorgt über den außenpolitischen Kurs der Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump geäußert. Das Land sei als Weltordnungsmacht „nicht ersetzbar“, sagte Röttgen am Donnerstagabend im Interview mit den ARD-„Tagesthemen“. Mit der Aufgabe dieser Rolle durch Amerika werde die Welt „unsicherer, instabiler und egoistischer werden. Das ist die traurige Wahrheit.“

          Bei einem Truppenbesuch am Mittwochabend im Irak hatte Trump gesagt, die Vereinigten Staaten könnten „nicht weiter der Weltpolizist sein“.

          Röttgen sagte dazu, „Weltpolizist“ halte er für eine veraltete Kategorie. Es gehe vielmehr um „Weltordnung, Stabilität, Ausgleich Diplomatie“. Dafür hätte Amerika gestanden. Trump wolle sich von dieser Rolle aber leider verabschieden, „ohne, dass es einen Ersatz dafür gibt“. China und Russland würden in die Lücke stoßen, „aber nicht im Sinne einer Ordnungsrolle“, warnte Röttgen. Die Welt werde „unsicherer, instabiler und egoistischer“ werden.

          Röttgen für höhere Rüstungsausgaben

          Er schloss sich der Forderung der amerikanischen Regierung an, dass Deutschland mehr finanzielle Lasten übernehmen müsse. „Da haben wir Nachholbedarf.“ Anderenfalls habe Deutschland nicht das Recht, die Vereinigten Staaten für ihr schwindendes weltpolitisches Engagement zu kritisieren.

          Trump hatte den überraschenden Truppenbesuch im Irak dazu genutzt, seine Abzugspläne für das benachbarte Bürgerkriegsland Syrien zu verteidigen. „Es ist nicht fair, wenn die Last ganz auf uns liegt“, sagte er vor den Soldaten. „Wir wollen nicht mehr ausgenutzt werden von Ländern, die uns und unser unglaubliches Militär benutzen, um sie zu schützen. Sie zahlen nicht dafür und das werden sie müssen.“

          In der Vergangenheit hatte Trump von Deutschland und anderen Nato-Verbündeten immer wieder deutlich höhere Verteidigungsausgaben gefordert.

          Weitere Themen

          Verteidigungsministerium warnt vor Bedrohung durch China

          Rüstung : Verteidigungsministerium warnt vor Bedrohung durch China

          Zwei Millionen Soldaten, rund 6850 Kampfpanzer und die weltweit größten konventionellen Raketenpotentiale: Mit seinem Militär versuche China, die internationale Ordnung entlang eigener Interessen zu ändern, warnt das Verteidigungsministerium. Auch Russland bleibe eine Gefahr.

          Topmeldungen

          Der Afroamerikaner Jaques DeGraff lässt sich im Februar in New York gegen das Corona-Virus impfen.

          Impfung gegen Corona : Die alte Angst der Afroamerikaner

          In den Vereinigten Staaten lassen sich deutlich weniger Afroamerikaner impfen als Weiße. Das liegt auch an Erfahrungen, die Schwarze mit Gesundheitsbehörden gemacht haben. Viele kennen noch das Verbrechen von „Tuskegee“.
          Chinesische Soldaten in Peking

          Rüstung : Verteidigungsministerium warnt vor Bedrohung durch China

          Zwei Millionen Soldaten, rund 6850 Kampfpanzer und die weltweit größten konventionellen Raketenpotentiale: Mit seinem Militär versuche China, die internationale Ordnung entlang eigener Interessen zu ändern, warnt das Verteidigungsministerium. Auch Russland bleibe eine Gefahr.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.