https://www.faz.net/-gpf-9pffi

Neue Hinrichtungsmethode : Trump-Regierung will erstmals seit 16 Jahren Todesurteile vollstrecken

  • Aktualisiert am

Der amerikanische Justizminister Barr habe eine entsprechende Änderung in die Wege geleitet, teilte das Justizministerium am in Washington mit. Bild: dpa

Etwa sechzig Verurteilte sitzen derzeit in den Todeszellen der amerikanischen Bundesbehörde. Auf sie könnte bald die Vollstreckung zukommen – mit einer neuen Methode.

          1 Min.

          Die amerikanischen Bundesbehörden wollen auf Druck von Präsident Donald Trump erstmals seit 16 Jahren wieder Todesurteile vollstrecken. Justizminister Bill Barr wies die nationale Strafvollzugsbehörde am Donnerstag an, ein neues Verfahren für Hinrichtungen mit Giftspritzen anzuwenden, wie es die Behörden in 14 Bundesstaaten bereits tun.

          Auf dieser Grundlage sollen zunächst fünf verurteilte Mörder hingerichtet werden. Ihre Taten liegen 15 Jahre oder länger zurück und richteten sich den Angaben zufolge gegen Kinder oder andere besonders wehrlose Menschen. Die Todesstrafen sollen in einem Bundesgefängnis im Bundesstaat Indiana vollstreckt werden.

          „Das Justizministerium hält den Rechtsstaat hoch – wir schulden es den Opfern und ihren Familien, die von unserem Justizsystem verhängte Strafe umzusetzen“, erklärte Barr. Präsident Trump hat sich wiederholt für härtere Strafen für Gewaltverbrechen stark gemacht.

          Vergangenes Jahr wurden in den Vereinigten Staaten 25 Menschen hingerichtet, alle durch die Behörden von Bundesstaaten. Andere Bundesstaaten haben die Todesstrafe für rechtswidrig erklärt oder ein Moratorium für ihre Vollstreckung beschlossen. Die Bundesbehörden haben zuletzt 2003 ein Todesurteil vollstreckt, in ihren Todeszellen sitzen derzeit etwa 60 Verurteilte.

          Nicht nur die Todesstrafe an sich, sondern auch die Hinrichtungsmethode und einige für die Giftspritzen verwendete Mittel sind in den Vereinigten Staaten umstritten. Barr ordnete nun an, dass den Todeskandidaten künftig nur eine tödliche Injektion, und zwar mit dem Barbiturat Phenobarbital, verabreicht werden soll. Sie ersetzt einen Giftcocktail aus drei Mitteln.

          Barr hob hervor, dass seit 2010 Pentobarbital in 14 Bundesstaaten bei mehr als 200 Hinrichtungen zum Einsatz gekommen sei. Amerikanische Bundesgerichte, darunter der Supreme Court, hätten immer wieder die Vereinbarkeit dieser Hinrichtungsmethode mit dem achten Verfassungszusatz festgestellt, der grausame und ungewöhnliche Strafen verbietet.

          Weitere Themen

          Scholz will höhere Steuern für Besserverdienende

          Finanzpolitik : Scholz will höhere Steuern für Besserverdienende

          Der Bundesfinanzminister will mittlere und untere Einkommen entlasten. Die derzeitige Finanzpolitik mit hohen, kreditfinanzierten Ausgaben zur Bekämpfung der Corona-Krise will er fortsetzen: „Da gilt es zu klotzen, nicht zu kleckern“, so Scholz.

          Der deutsche Wald ist krank Video-Seite öffnen

          Politik in Sorge : Der deutsche Wald ist krank

          „Unsere Wälder sind krank“, sorgt sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bei der Vorstellung des Waldzustandsberichtes 2020. Die aktuellen Zahlen gehören zu den schlechtesten seit Beginn der Erhebung im Jahr 1984.

          „Generalinspekteur Zorn hat Fehler gemacht“

          Kramp-Karrenbauer zum KSK : „Generalinspekteur Zorn hat Fehler gemacht“

          In der jüngsten Debatte über das KSK gesteht die Verteidigungsministerin Fehler ihres Generalinspekteurs ein. Der habe das Parlament nicht ausreichend informiert. Berichte über eine Ablösung von Kommandeur Kreitmayr weist sie als „Fake News“ zurück.

          Topmeldungen

          Eberhard Zorn, Generalinspekteur der Bundeswehr, und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), bei einer Pressekonferenz im März 2020

          Kramp-Karrenbauer zum KSK : „Generalinspekteur Zorn hat Fehler gemacht“

          In der jüngsten Debatte über das KSK gesteht die Verteidigungsministerin Fehler ihres Generalinspekteurs ein. Der habe das Parlament nicht ausreichend informiert. Berichte über eine Ablösung von Kommandeur Kreitmayr weist sie als „Fake News“ zurück.
          Olaf Scholz im Willy-Brandt-Haus

          Finanzpolitik : Scholz will höhere Steuern für Besserverdienende

          Der Bundesfinanzminister will mittlere und untere Einkommen entlasten. Die derzeitige Finanzpolitik mit hohen, kreditfinanzierten Ausgaben zur Bekämpfung der Corona-Krise will er fortsetzen: „Da gilt es zu klotzen, nicht zu kleckern“, so Scholz.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.