https://www.faz.net/aktuell/politik/von-trump-zu-biden/nach-impeachment-freispruch-trump-entlaesst-amerikas-eu-botschafter-16623376.html

Nach Impeachment-Freispruch : Trump entlässt Amerikas EU-Botschafter

  • Aktualisiert am

Der bisherige EU-Botschafter Amerikas, Gordon Sondland Bild: AFP

Gordon Sondlands Aussage im Impeachment-Verfahren belastete den Präsidenten. Nun muss der Diplomat seinen Posten räumen – und ist nicht der einzige Zeuge, der seinen Job verliert.

          1 Min.

          Nach seinem Freispruch im Amtsenthebungsverfahren hat Amerikas Präsident Donald Trump einen weiteren wichtigen Zeugen, der gegen ihn ausgesagt hatte, von seinen Aufgaben entbunden. Der amerikanische Botschafter bei der EU, Gordon Sondland, sagte mehreren Medien am Freitag, ihm sei mitgeteilt worden, dass der Präsident ihn mit sofortiger Wirkung als Botschafter abberufen wolle. Sondland, ein zentraler Zeuge, hatte Trump in den Impeachment-Ermittlungen widersprochen.

          Zuvor war am Freitag bekannt geworden, dass Trump Oberstleutnant Alexander Vindman, einen Berater des Nationalen Sicherheitsrates, aus dem Weißen Haus verbannt hat. Der 44-jährige Vindman war der führende Ukraine-Experte im Nationalen Sicherheitsrat. Der Offizier hatte im November als Zeuge bei den Anhörungen im Zuge der Ermittlungen für ein Amtsenthebungsverfahren seine Kritik an den Aussagen Trumps bei einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bekräftigt.

          Aus dem Weißen Haus eskortiert

          Vindman wurde nach Angaben seines Anwalts am Freitag aus dem Weißen Haus eskortiert. Er hatte Trumps Telefonat mit Selenskyj als „unangemessen“ bezeichnet und seine Bedenken dem Anwalt des Nationalen Sicherheitsrats mitgeteilt. Die oppositionellen Demokraten leiteten später deswegen ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump wegen Machtmissbrauchs ein, das die Republikaner am Mittwoch mit ihrer Mehrheit im Senat abschmetterten.

          Bei dem Telefonat vom 25. Juli hatte Trump den ukrainischen Staatschef zu Ermittlungen gegen den früheren Vizepräsidenten Joe Biden gedrängt. Biden bewirbt sich um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten und könnte damit bei der Wahl im November Trumps Herausforderer werden.

          Sondland hatte bei seiner Aussage im Impeachment-Verfahren bestätigt, dass ein Empfang Selenskyjs im Weißen Haus und mutmaßlich auch die Auszahlung von Militärhilfen an Kiew von der Ankündigung ukrainischer Ermittlungen gegen Biden und die Demokraten abhängig gemacht wurden.

          Weitere Themen

          Nordkorea feuert ballistische Rakete ab Video-Seite öffnen

          Test im Meer : Nordkorea feuert ballistische Rakete ab

          Südkorea und Japan sprachen von einer Bedrohung der internationalen Sicherheit. Der Abschuss erfolgte vor dem geplanten Besuch von Kamala Harris und einem gemeinsamen Militärmanöver der USA und Südkoreas.

          Topmeldungen

          Droht dem Westen: Der russische Präsident Wladimir Putin am 21. September 2022

          Putins neue Drohungen : Szenarien für den nuklearen Ernstfall

          Putin hat schon früher mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Diesmal sagt er, er bluffe nicht. Washington hat dafür Szenarien ausgearbeitet und Moskau gewarnt.
          Sozial gefördertes Gesundheitsrisiko: Ohne Alkohol sind Volksfeste wie hier im bayerischen Straubing nicht zu denken.

          Erhöhtes Krebsrisiko : Jedes Glas ein Glas zu viel

          Forscher warnen, dass der Alkoholkonsum in Deutschland zu nachlässig gehandhabt wird. Knapp 150.000 Krebsfälle könnten demnach durch eine Preissteigerung verhindert werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.