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Wahlkampf in West Virginia : Der Demokrat mit dem schwierigen Namen

  • -Aktualisiert am

Richard Ojeda möchte für die Demokraten ins Repräsentantenhaus in Washington und trifft seine Anhänger im Logan County in West Virginia. Bild: FAZ.NET

Der demokratische Senator Joe Manchin möchte im roten West Virginia wiedergewählt werden und gibt sich umgänglich. Richard Ojeda, Kandidat für das Repräsentantenhaus, ist aus anderem Holz geschnitzt – er droht dem Präsidenten.

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          West Virginia ist Trump-Land, zumindest sieht er das gerne so, schließlich hat er den Staat mit 42 Prozent Vorsprung vor seiner Konkurrentin Hillary Clinton im Jahr 2016 gewonnen. Doch West Virginia ist auch Manchin-Land, zumindest, wenn die Demokraten zu einer Wahlkampfveranstaltung zusammenkommen. In Peach Creek im Logan County ist an diesem Tag kaum jemand, der nicht für die Wiederwahl von Joe Manchin in den Senat in Washington stimmen würde.

          Oliver Kühn
          Redakteur in der Politik.

          Logan County liegt in den westlichen Ausläufern der Apalachen, ist Kohleland und hat seit den fünfziger Jahren mit dem Strukturwandel zu kämpfen. Die Bevölkerungszahl liegt jetzt bei rund 33.000. Damit hat der County in den vergangenen sechzig Jahren mehr als die Hälfte seiner Einwohner verloren.

          Wo sind die jungen Menschen?

          Auch im „Hound Dogs Barn and Grill“ ist der Altersdurchschnitt weit über 45. Wenige der rund 150 Anwesenden sind junge Menschen. Wo die sind? „Entweder arbeiten, oder sie haben das County verlassen“, erzählt Laura Brumfield. Die 20 Jahre alte Frau mit den schwarzen Haaren und den blendend weißen Zähnen ist das erste Mal auf einer Politikveranstaltung, ist aber beeindruckt, wie sie sagt. Sie geht in der anstehenden Kongresswahl auch das erste Mal zur Urne und wird ihr Kreuz bei Joe Manchin machen. Aber nicht, weil sie seine Politik gut findet, sondern weil er ein netter Kerl sei, sagt sie.

          Columbus Cisco wiederum geht es nur um die Politik. Er hofft, dass der demokratische Kandidat es schaffe, ein bisschen Wandel in den Staat zu bringen. „Wir brauchen Veränderung“, sagt er. Es gebe zwar noch Kohle und er hoffe, diese werde noch einige Zeit gefördert, doch sei absehbar, dass das nicht mehr lange gut gehen werde, ist der 67 Jahre Cisco überzeugt – „wegen des Klimawandels“. Dem County sei es jahrelang richtig gut gegangen. Wegen der Kohle seien die Steuereinnahmen hoch gewesen und Logan habe geboomt. Doch geblieben sei davon nichts, weil die Verantwortlichen nichts zurück gelegt hätten. „Ich muss doch an meine Kinder und Enkel denken“, sagt er mit sorgenvoller Miene. „Du willst wissen, warum ich hier bin?“, fragt sein Sohn. „Wir wollen das rote West Virginia wieder tiefblau machen“, sagt er mit Verweis auf die Farben der beiden großen Parteien.

          Der demokratische Senator Joe Manchin spricht unter dem wachsamen Blick seiner Frau zu seinen Anhängern im Logan County in West Virginia. Bilderstrecke
          Wahlkampf in Westvirginia : Impressionen aus Logan County

          Zumindest für Logan County wäre das eine Rückkehr zur Normalität. Jahrzehntelang konnten demokratische Präsidentschaftsbewerber auf die Stimmen zählen. Nur 1928 gelang es Herbert Hoover, das County zu gewinnen – bis 2008. In den drei zurückliegenden Präsidentenwahlen entschied die Mehrheit im County sich jeweils für den Kandidaten der Republikaner. Gestützt wurden die demokratischen Kandidaten von einer starken Gewerkschaft, der „United Mine Workers of America“. Mit dieser geht es zwar im Gleichschritt mit der Kohle bergab, doch hat ihr Wort immer noch Gewicht und die Kandidaten werben um die Wahlempfehlung.

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