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Anhörung im Repräsentantenhaus : Cohen im Staub

Michael Cohen sagt im Kongress aus. Bild: AP

Die Vorwürfe, die Cohen Trump macht, sind nicht überraschend. Dass Trump und seine Unterstützer schon auf Cohen eingeprügelt haben, bevor der überhaupt im Kongress aufgetreten ist, deutet aber auf eine gewisse Nervosität hin.

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          Der langjährige ehemalige Anwalt und Mann fürs Grobe von Präsident Donald Trump, Michael Cohen, hat ein riesiges Glaubwürdigkeitsproblem – unterfüttert von einer Verurteilung zu drei Jahren Gefängnis wegen Meineids in Aussagen gegenüber dem Kongress. Das erklärt, warum er sich in seiner Erklärung vor dem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses als reuiger Sünder im Staub wälzt, als wolle er sich – ganz in der mit Superlativen imprägnierten Manier seines früheren Chefs – als reuigster Sünder aller Zeiten präsentieren.

          Dabei sind die Vorwürfe, die er Trump macht, dass dieser ein Rassist, ein Betrüger und ein Lügner sei, nicht so überraschend, denn dass er etwa Schwarze nicht wertschätzt, hat er mehrfach bewiesen. Welche Wirkung die Einlassungen des schlecht beleumundeten Cohen entfalten, insbesondere über Trumps ohnehin nicht ganz durchsichtige geschäftliche Betätigungen in Russland, ist ungewiss.

          Dass Trump und seine Unterstützer schon auf Cohen eingeprügelt haben, bevor der überhaupt im Kongress aufgetreten ist, deutet aber auf eine gewisse Nervosität hin.

          Richard Wagner
          Verantwortlicher Redakteur für Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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