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Reaktion auf Inauguration : Merkel: „Eine Feier der Demokratie“

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Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damalige amerikanische Vizepräsident Joe Biden bei einem Treffen in Berlin im Jahr 2013 Bild: dpa

Die Bundeskanzlerin freut sich nach der Amtseinführung des neuen amerikanischen Präsidenten auf ein „neues Kapitel deutsch-amerikanischer Freundschaft“. Andere Staats- und Regierungschefs gratulieren Biden und Harris ebenfalls – darunter auch ein Trump-Fan.

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          Nach der Vereidigung des amerikanischen Präsidenten Joe Biden hofft die Bundesregierung auf eine Wiederbelebung der schwer angeschlagenen Beziehungen zu ihrem wichtigsten Bündnispartner außerhalb Europas. „Ich freue mich auf ein neues Kapitel deutsch-amerikanischer Freundschaft und Zusammenarbeit“, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) laut einer Mitteilung von Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter. Die Amtseinführung von Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris sei eine „Feier der amerikanischen Demokratie“ gewesen.

          Auch Außenminister Heiko Maas (SPD) zeigte sich am Mittwoch erleichtert über den Machtwechsel im Weißen Haus nach vier Jahren Donald Trump, in denen die deutsch-amerikanischen Beziehungen in die schwerste Krise der Nachkriegszeit gestürzt seien. „In den letzten vier Jahren haben wir gesehen, was „America first“ bedeutet hat: keinerlei Abstimmung, keinerlei Konsultationen“, sagte Maas im ZDF. Joe Biden wolle das ändern. „Ich bin sehr froh, dass es jetzt endlich wieder soweit ist. Denn wir brauchen die Vereinigten Staaten, um große Herausforderungen, um die Krisen dieser Zeit wirklich wieder in den Griff zu kriegen.“

          Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer stellte dem neuen Präsidenten ein stärkeres sicherheitspolitisches Engagement Deutschlands in Aussicht. „Auch die neue amerikanische Regierung wird uns Deutsche in die Pflicht nehmen“, sagte die CDU-Politikerin. „Wir und unsere europäischen Partner, Verbündete Amerikas, müssen selbstbewusste Schritte zur Stärkung der transatlantischen Sicherheit machen.“ Auch wenn die Corona-Pandemie die Spielräume einenge, „müssen wir mehr, nicht weniger in unsere Sicherheit investieren“, hob Kramp-Karrenbauer hervor. Es komme jetzt auf konkrete Beiträge an, damit Europa sich selber besser schützen und ein stärkerer Bündnispartner Amerikas werden könne. „Die Zukunft unserer Sicherheitspolitik beginnt jetzt. Nutzen wir die Chance.“

          Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte bereits vor der Vereidigung die Hoffnung auf eine engere Zusammenarbeit geäußert. „Wir freuen uns darauf, die USA als unverzichtbaren Partner in vielen Fragen künftig wieder an unserer Seite zu wissen: beim gemeinsamen und solidarischen Kampf gegen die Covid-19-Pandemie, beim weltweiten Klimaschutz, bei Fragen der Sicherheit, auch der Rüstungskontrolle und Abrüstung und in vielen drängenden Konflikten auf der Welt“, sagte Steinmeier in einer Videobotschaft. Steinmeier sicherte zugleich zu: „Auch wo wir nicht einer Meinung sein werden, werden Meinungsverschiedenheiten uns nicht trennen, sondern uns umso intensiver nach gemeinsamen Lösungen suchen lassen.“ Er hoffe, Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris bald in Deutschland begrüßen zu dürfen.

          „Willkommen zurück im Pariser Klimaabkommen!“

          Auch Österreichs Kanzler Sebastian Kurz gratulierte Biden und Harris. Europa und die Vereinigten Staaten teilen gemeinsame Werte und eine starke transatlantische Partnerschaft sei entscheidend, um globale Herausforderungen wie die Covid-19-Pandemie und den Klimawandel anzugehen, schrieb Kurz auf Twitter.

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