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Melania Trump : „Das ist nicht der Mann, den ich kenne“

  • Aktualisiert am

Melania Trump im Interview mit dem CNN-Moderator Anderson Cooper Bild: Reuters

Was sagt eigentlich die Ehefrau von Donald Trump zu dessen sexistischen Ausfällen? Melania Trump nimmt in einem Interview Stellung.

          2 Min.

          Melania Trump hat ihren Mann Donald für dessen sexistische Aussagen aus einem Video in Schutz genommen. Er sei von dem Moderator Billy Bush dazu angestachelt worden, „dreckige und schlimme Sachen zu sagen“, sagte die Frau des republikanischen Präsidentschaftskandidaten in einem Interview des Senders CNN, das im Trump Tower in New York aufgezeichnet wurde und von dem am Montag zunächst ein Ausschnitt veröffentlicht wurde.

          Die 46-Jährige bezeichnete die Aussagen als „Jungs-Gerede“ – „Jungs reden nun mal so“. Möglicherweise hätten die beiden Männer nicht gewusst, dass das Mikrofon angeschaltet gewesen sei. Sie habe ihrem Mann gesagt, dass seine Kommentare nicht hinnehmbar seien. „Ich war überrascht, denn das ist nicht der Mann, den ich kenne.“ Sie akzeptiere aber seine Entschuldigung.

          „So etwas würde er nie tun“

          Ihr Mann sei das Opfer einer Verschwörung, in der „Lügen“ über ihn verbreitet würden, unter anderem von der „Opposition“, sagte Trumps Gattin weiter. Sie selbst lasse sich durch die Schlammschlacht im Wahlkampf nicht beeindrucken. „Machen Sie sich keine Gedanken um mich, ich komme mit allem klar.“

          Meins: Donald Trump mit seiner Frau Melania Mitte Juli beim Nominierungsparteitag der Republikaner
          Meins: Donald Trump mit seiner Frau Melania Mitte Juli beim Nominierungsparteitag der Republikaner : Bild: dpa

          In Bezug auf Umfragen, nach denen mehr als 60 Prozent der Wähler glauben, dass Donald Trump sexuelle Übergriffe auf Frauen verübt hat, sagte Melania Trump, die Öffentlichkeit müsse wissen, dass ihr Mann „so etwas niemals tun würde“. Auch die zehn Frauen, die Trump der sexuellen Belästigung beschuldigen, seien von den Medien und der Clinton-Kampagne angestachelt worden, um Trumps Siegchancen zu verringern. „Das alles wurde eingefädelt, um ihm und seiner Kandidatur zu schaden“, so Melania Trump.

          Trump sagte, er könne sich alles erlauben

          In dem Video, das vor zehn Tagen veröffentlicht wurde, hört man ein Gespräch zwischen Trump und Bush, das beide im Jahr 2005 während einer Busfahrt führten. Trump brüstet sich damit, dass er sich gegenüber Frauen alles erlauben könne, weil er berühmt sei. Er könne ihnen sogar zwischen die Beine grapschen. Bush war damals Moderator der Fernsehsendung „Access Hollywood“. Auch er äußert sich abfällig.

          Vulgäre Äußerungen über Frauen : Trump: „Es war falsch. Ich entschuldige mich.“

          Für den Fernsehsender NBC war das Grund genug, sich am Montagabend endgültig von dem Entertainer zu trennen. Das teilte Bushs Vorgesetzter in der „Today“-Show, Noah Oppenheim, in einem Schreiben an Mitarbeiter mit, wie amerikanische Medien übereinstimmend berichteten. Der Sender hatte Bush bereits vor einer Woche suspendiert. Der 45-Jährige ist Cousin des gescheiterten Präsidentschaftsbewerbers Jeb Bush und des Altpräsidenten George W. Bush.

          Das Video löste einen Eklat im Wahlkampf aus. Etliche Republikaner distanzierten sich von Trump. Zudem beschuldigten mehrere Frauen den Unternehmer, ihnen gegenüber ebenfalls übergriffig geworden zu sein. Der Präsidentschaftskandidat wies diese Vorwürfe als unwahr zurück.

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