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„Er stirbt sowieso“ : Trump-Mitarbeiterin verlässt nach McCain-Verunglimpfung Weißes Haus

  • Aktualisiert am

Kelly Sadler während einer Veranstaltung am 22. März im „Eisenhower Executive Office Building“, in unmitellbar Nähe des Weißen Hauses. Bild: Reuters

Eine Bemerkung über den an Krebs erkrankten amerikanischen Senator ist Kelly Sadler zum Verhängnis geworden.

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          Nach einer abfälligen Bemerkung über den an Krebs erkrankten amerikanischen Senator John McCain verlässt eine Mitarbeiterin des Weißen Hauses das Büro von Präsident Donald Trump. Kelly Sadler arbeite nicht mehr länger dort, teilte der stellvertretende Sprecher des Weißen Hauses, Raj Shah, am Dienstagabend amerikanischer Ostküstenzeit mit. Wer die Entscheidung traf und ob sie in direktem Zusammenhang mit dem Vorfall steht, blieb zunächst unklar.

          Sadler hatte Berichten zufolge Mitte Mai in einem nicht-öffentlichen Stabstreffen McCain verspottet und damit eine Debatte über den Ton der Regierung ausgelöst. Zu der Opposition McCains gegen die damals von Trump als neue CIA-Chefin nominierte Gina Haspel sagte Sadler, die zu Trumps Kommunikationsstab gehört, demnach: „Das ist egal. Er stirbt sowieso.“ Ihre Äußerung hatte nach dem Bekanntwerden Fassungslosigkeit ausgelöst. Zahlreiche Mitglieder des amerikanischen Kongresses kritisierten ihre Äußerung scharf.

          Der 81 Jahre alte Republikaner leidet an einem Hirntumor. Ärzte hatten das Geschwulst im vergangenen Juli entdeckt, als sich der ehemalige Präsidentschaftskandidat der Republikaner wegen eines Blutgerinnsels über dem Auge einer Operation unterziehen musste. Als ehemaliger Vietnam-Kriegsgefangener stand Haspel kritisch gegenüber, weil sie an der Folter von Gefangenen durch den CIA nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 beteiligt gewesen sein soll. Der Senat stimmte Mitte Mai schließlich Haspels Nominierung zu.

          Die „Washington Post“ berichtete unter Berufung auf eine ungenannte Quelle, dass eine interne Auseinandersetzung zwischen Sadler und der Direktorin für strategische Kommunikation im Weißen Haus, Mercedes Schlapp, über die Folgen der McCain-Bemerkung ausschlaggebend gewesen sei.

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