https://www.faz.net/-gpf-a9072

Mord an Khashoggi : Amerika geht auf Distanz zu Saudi-Arabien

Beste Freunde: Der frühere amerikanische Präsident Trump und der saudische Kronprinz bin Salman. Bild: Reuters

Unter Präsident Trump waren die Beziehungen zwischen Amerika und Saudi-Arabien ausgezeichnet. Selbst der aus Riad erteilte Befehl zum Mord an dem Dissidenten Khashoggi trübte das Verhältnis nicht. Doch mit Biden hat sich der Wind gedreht..

          1 Min.

          Die saudisch-amerikanischen Beziehungen waren meistens dann besonders eng, wenn ein Republikaner Präsident war. In den vergangenen vier Jahren war es nicht anders und gipfelte darin, dass Donald Trump den Kronprinzen Muhammad bin Salman gegen Vorwürfe in Schutz nahm, dieser habe die Ermordung des Dissidenten Khashoggi persönlich angeordnet.

          Unter Trumps Nachfolger Biden bricht diese Symbiose auf. Das drückt sich auch in persönlicher Missbilligung aus: Bidens erster Anruf nach Riad gilt nicht dem machtbewussten Kronprinzen, den Amerikas Nachrichtendienste direkt für Khashoggis Ermordung verantwortlich machen, sondern König Salman. Muhammads Flügel werden gestutzt. Den Krieg im Jemen nannte Biden eine Katastrophe – ein Hieb gegen den Kronprinzen.

          Die Führung in Riad wird sich darauf einstellen müssen, dass Washington nicht mehr alle ihre Wünsche erfüllt, solange sie nur amerikanische Waffen kauft und solange Saudi-Arabiens geoökonomische Bedeutung groß ist. Biden, der wenig für das saudische Regime übrig hat, wird jedenfalls auf Distanz zum Wüstenkönigreich gehen, selbst wenn andere Faktoren verhindern werden, dass die Distanz zu groß wird: Irans hegemoniale Ambitionen in der Region etwa und die Annäherung zwischen Israel und der arabischen Welt. Doch welche Dynamik wird in Gang kommen, wenn der Präsident nicht darüber hinwegsehen will, dass in Riad ein Mordpatron das Sagen hat?

          Weitere Themen

          Söder als Kanzlerkandidat für die CSU Video-Seite öffnen

          Einstimmige Wahl : Söder als Kanzlerkandidat für die CSU

          Das CSU-Präsidium hat sich am Montag einstimmig für CSU-Chef Markus Söder als Kanzlerkandidat der Union ausgesprochen. Es gebe in der CSU die Überzeugung, dass Söder der am besten geeignete Kandidat der Union sei, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume.

          Topmeldungen

          FC Bayern vor Paris-Spiel : Krisenkommunikation mit Thomas Müller

          Vor dem wichtigen Rückspiel in der Champions League gegen Paris Saint-Germain lockert Thomas Müller die angespannte Stimmung beim FC Bayern. Mit Tipps aus der Evolution – und einem lauten Lachen.
          Wollte nicht auf  einen Weißen Ritter  warten: Yvonne von Langsdorff   hat für ihre Hausgemeinschaft den Immobilienkauf in der Zossener Straße in Berlin-Kreuzberg organisiert.

          Wohnungsmarkt : So funktioniert der Mieterkauf

          Wird das Haus ­verkauft, fürchten viele Mieter den Verlust der ­Wohnung. Dabei haben sie oft ein Vorkaufsrecht. Selbst fehlendes Eigenkapital muss kein ­Hindernis sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.