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Al-Bagdadi tot : Trumps Etappensieg gegen den Terror

  • -Aktualisiert am

Sicherheitsberater Robert O’Brien, Vizepräsident Mike Pence, Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister Mark Esper, Generalstabschef Mark Milley und General Marcus Evans überwachen die Kommandoaktion im Lagezentrum des Weißen Hauses. Bild: The White House/Shealah Craighea

Der „Islamische Staat“ ist geschwächt. Doch der militante Islamismus ist noch nicht erledigt. Das Chaos in der westlichen Syrien-Politik hilft den Dschihadisten.

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          Die amerikanische Kommandoaktion in Syrien, bei der sich Abu Bakr al Bagdadi nach Angaben von Präsident Trump in die Luft sprengte, markiert dessen zweiten großen Erfolg im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ nach der Befreiung der letzten von den Terroristen gehaltenen Dörfer. Gut sechs Jahre ist es her, dass Bagdadi die Amerikaner düpierte und fast ohne Gegenwehr irakische Großstädte eroberte. Knapp vier Jahre liegen, nur beispielhaft genannt, die Anschläge von Paris zurück. Da darf die Welt aufatmen, dass die Terrorgruppe bis auf weiteres weder ein Kalifat noch einen Kalifen mehr hat.

          Es ist zwar unklar, inwieweit Bagdadi zuletzt noch die Strippen in seinem globalisierten Terrorunternehmen zog. Doch unabhängig davon ist sein Tod ein schwerer Schlag für die Propaganda, die seine vermeintliche Unverwundbarkeit bejubelt. Völlig erledigt ist der IS freilich noch nicht; geschweige denn die Hydra des militanten Islamismus.

          Trump hat daher versprochen, im Kampf gegen den Terror nicht zu erlahmen; man habe Bagdadis Nachfolger schon im Visier. Doch obwohl ein entscheidender Hinweis auf dessen Aufenthaltsort wohl von den Kurden kam, will der amerikanische Oberbefehlshaber auch jetzt nicht seine kopflose Syrien-Politik korrigieren, welche die kurdischen Partner im Regen stehen lässt.

          Trump eifert Obama nach

          Aus der geglückten Antiterroroperation folgert er nicht, dass eine fortgesetzte Syrien-Präsenz auch in Amerikas Interesse läge. Vielmehr möchte Trump sich mit der breitschultrig vorgetragenen Erfolgsnachricht („er starb wie ein Hund“) gegen die Kritik an seiner Rückzugspolitik immunisieren, zumal in der eigenen Partei.

          Darin eifert er Präsident Obama nach. Der hatte Kritik an seiner gescheiterten Antiterrorpolitik stets mit dem Hinweis auf die Tötung Usama Bin Ladins im Jahr 2011 pariert – selbst dann noch, als Bagdadi längst dessen Nachfolge als mächtigster Terrorist der Welt angetreten hatte; was er nur hatte tun können, weil Obama vorschnell den Großteil der amerikanischen Truppen aus dem Irak abgezogen hatte.

          In Syrien liegen die Dinge zwar in mancherlei Hinsicht anders als zu Beginn des Jahrzehnts im Irak, nicht zuletzt wegen der russischen Präsenz. Doch dass der Westen mit einer kurzatmigen und konfusen Mittelost-Politik letztlich den Terroristen den Boden bereitet, sollte in der Nato jeder begriffen haben – ob in Washington, Ankara oder auch in Berlin.

          Andreas Ross

          Verantwortlicher Redakteur für politische Nachrichten und Politik Online.

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