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Handelsstreit-Kommentar : Trumps Zölle wirken

  • -Aktualisiert am

Wichtiger Absatzmarkt: ein Biker in Rom Bild: Reuters

Harley Davidson ist zu klein, um wirtschaftlich ins Gewicht zu fallen. Politisch aber ist die Verlagerung von Teilen der Produktion ins Ausland eine Niederlage für Trump. Seine Zölle wirken – anders als von ihm gewollt.

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          Im globalen Handelskrieg, den Donald Trump vom Zaun gebrochen hat, spielt Harley Davidson eigentlich nur eine Nebenrolle. Der Motorradhersteller ist zu klein, um auf dem Arbeitsmarkt oder gar in der Handelsbilanz ins Gewicht zu fallen.

          Politisch aber ist es eine empfindliche Niederlage für den Präsidenten, dass gerade eine Firma, die für das amerikanische Freiheitsideal steht wie wenige andere, Teile ihrer Produktion wegen europäischer Gegenzölle ins Ausland verlegen will. Trump steht nun als Arbeitsplatzvernichter da, weshalb es kein Wunder ist, dass er auf Twitter schimpft wie ein Rohrspatz.

          Dabei ist es nicht das erste Mal, dass seine Zollpolitik andere Wirkungen hat, als ihm lieb sein kann. China hat vor einiger Zeit gezielt Farmer im Mittleren Westen mit Strafzöllen belegt, weil die zu Trumps wichtigsten Wählern zählen.

          So leicht, wie er es dargestellt hat, sind Handelskriege eben nicht zu gewinnen – und schon gar nicht, wenn man sich gleichzeitig mit praktisch allen anderen Ländern anlegt. Die Zeiten, als Amerika den Welthandel alleine ordnen konnte, sind lange vorbei.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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