https://www.faz.net/-gpf-a58gd

Knappes Rennen um Wahlausgang : An der Schwelle zum Weißen Haus

Blick auf das Weiße Haus in Washington Bild: dpa

Immer mehr zeichnet sich ab, dass Trump eine Niederlage nicht einfach hinnehmen wird. Was wird er tun, sollte er selbst vor den Gerichten keinen Sieg mehr erringen? Nach seinem jüngsten Schmierentheater kann man nichts ausschließen.

          1 Min.

          Während die Welt mit wachsendem Erstaunen zur Kenntnis nimmt, wie lange es dauert, bis auch in den letzten amerikanischen Bundesstaaten die Wählerstimmen ausgezählt sind, schließlich gibt es auch in anderen Ländern die Möglichkeit der Briefwahl, wird die Stimmung langsam hitzig. Präsident Trump faselt weiter von Betrug, Diebstahl und Manipulation; einer seiner Söhne ruft zum „totalen Krieg“ auf – natürlich nur, um „Tricksereien“ aufzudecken –, ein übler Agitator und früherer Berater Trumps ergeht sich in Mordphantasien, und die Republikaner schließen die Reihen hinter ihrem Anführer, ob aus Überzeugung oder aus Opportunismus.

          Immer mehr zeichnet sich ab, dass der Präsident sich nicht damit abfinden wird, sollte sein Herausforderer Biden, der an der Schwelle zum Präsidentenamt steht, die Mehrheit im Wahlmännergremium erlangen. Seine Niederlage in Würde eingestehen und seinem Nachfolger viel Glück wünschen, das wird er nicht tun. Von einem Mann, der kein Ehrgefühl im Leib hat, ist das nicht zu erwarten. Trump wird vor viele Gerichte ziehen, vielleicht sogar vor das Oberste Gericht.

          Aber was wird er tun, sollte das alles keinen Erfolg haben und nicht er für weitere vier Jahre der Resident im Weißen Haus sein, obschon er doch so viele Wähler mobilisiert hat wie kein Republikaner und kein Präsident zuvor, sondern der Demokrat Biden (der freilich noch ein paar Millionen Wählerstimmen mehr auf dem Konto hat)?

          Will er sich heraustragen lassen, wie schon gemutmaßt wurde, und die Staatskrise perfekt machen? Nach dem Schmierentheater, das Trump aufgeführt hat, kann man nichts ausschließen; auch nicht, dass einige seiner Anhänger auf ganz dumme Gedanken kommen.

          Es wird noch einige Zeit ins Land gehen, bis zweifelsfrei und unbestritten feststeht, wer künftig der Präsident Amerikas ist. Es wird Neuauszählungen geben, Gerichte werden entscheiden, Wahlleute müssen zusammenkommen. Eine weitere Ungewissheit bleibt: Erst im Januar werden sich die Mehrheitsverhältnisse im Senat klären, und zwar in zwei Stichwahlen. Wo? In Georgia!

          Weitere Themen

          Ein historisches Urteil

          Floyd-Prozess : Ein historisches Urteil

          In Minneapolis wurde der Polizist Derek Chauvin wegen Mordes an George Floyd verurteilt. Das war möglich, weil die Beweislage so erdrückend ist. Das Urteil gilt als historisch. In vielen anderen Fällen kommen Polizeibeamte straffrei davon.

          Nachbarhilfe mit Hintergedanken

          FAZ Plus Artikel: Impfen auf dem Balkan : Nachbarhilfe mit Hintergedanken

          Die EU will mit der Lieferung von Impfstoff im westlichen Balkan Sympathien zurückgewinnen sowie russischen und chinesischen Einfluss zurückdrängen. Und auch Österreich koordiniert die Hilfsaktion aus eigenem Interesse.

          Topmeldungen

          Floyd-Prozess : Ein historisches Urteil

          In Minneapolis wurde der Polizist Derek Chauvin wegen Mordes an George Floyd verurteilt. Das war möglich, weil die Beweislage so erdrückend ist. In vielen anderen Fällen kommen Polizeibeamte straffrei davon.
          Neubausiedlung im südwestlichen Teil von Kiel

          Grüner Wohnen : Wir Flächenfresser

          Die Deutschen wohnen auf immer mehr Quadratmetern pro Kopf. Das schadet Umwelt und Klima. Wie lässt sich Platz sparen und gleichzeitig die Wohnqualität steigern?
          Volker Bouffier, stellvertretender CDU-Vorsitzender und hessischer  Ministerpräsident, am Montag vor der hessischen Landesvertretung in Berlin

          Bouffier und Laschet : Fast schon der Kanzlermacher

          Dass Armin Laschet nun Kanzlerkandidat der Union ist, hat er maßgeblich Volker Bouffier zu verdanken. Ohne den hessischen Ministerpräsidenten wäre es für den CDU-Vorsitzenden noch viel schwieriger geworden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.