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Kim-Trump-Gipfel : „Nice to meet you, Mr. President!”

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un und Amerikas Präsident Donald Trump treffen sich in Singapur zu einem historischen Gipfel. Bild: AP

Die Atmosphäre in Singapur ist angespannt. Als Trump und Kim sich die Hand reichen, macht sich Entspannung breit. Doch noch sind viele Fragen offen. Kritiker zweifeln an einem Erfolg.

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          Der erste Handschlag zwischen Donald Trump und Kim Jong-un ließ wenig über die Gefühle der beiden vor ihrem historischen Gespräch erahnen. Um 9.04 Uhr Singapurer Zeit waren sie aus den kolonialen Galerien des Capella-Hotels aufeinander zugegangen. Mit steifer Haltung und steinernen Minen schüttelten sie sich die Hände. Trump soll von seinen Berater instruiert worden sein, nicht zu lächeln, um dem Diktator nicht zu viel Anerkennung zu Teil werden zu lassen.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Vor einem Dutzend sorgfältig drapierten Flaggen drehten sie sich nach einem kurzen Wortwechsel in Richtung der Kameras. Die Anspannung war vor allem auf Seiten des nordkoreanischen Machthabers zu spüren. Sie löste sich erst auf, als Trump den Nordkoreaner freundlich aufforderte, den Weg in Richtung der Innenräume aufzunehmen.

          Der Gesprächsbeginn vor einem hölzernen Bücherschrank verlief freundlich, aber ohne die Herzlichkeit, die Trump mit freundschaftlich verbundenen Staatslenkern an den Tag legt. Kim versuchte, die Stimmung mit einem „Nice to meet you, Mr. President“ aufzulockern. Unklar war, ob er es selbst auf Englisch sagte oder es von seinem Dolmetscher übersetzen ließ.

          Trump hatte angekündigt, er werde schon in der ersten Minute wissen, ob das Gespräch ein Erfolg wird oder nicht. Auf die Frage, wie er sich in der ersten Minute gefühlt habe, sagte Trump: „Ich fühle mich sehr gut. Es wird ein großartiges Gespräch und ich denke ein enormer Erfolg. Ich denke, wir werden ein blendendes Verhältnis haben, daran habe ich keinen Zweifel.“ Kim es sei nicht einfach gewesen, an diesen Punkt zu gelangen. „Es gab Hürden, aber die haben wir überwunden, um heute hier zu sein“, sagte Kim Jong-un.

          Nur Trump und Kim

          Das Gespräch danach fand zunächst nur zwischen Trump und Kim mit Hilfe ihrer Übersetzer statt, ohne die Anwesenheit von Beratern. Für beide Führer steht viel auf dem Spiel. Der amerikanische Präsident sieht sich im eigenen Land einer Front von Skeptikern gegenüber, die befürchten, Trump könnte zu große Zugeständnisse machen, um den Gipfel als Erfolg zu präsentieren. Auch Kim Jong-un hat viel politisches Kapital investiert. Seine Staatspresse hat die Nordkoreaner darauf eingeschworen, dass das Land „neue Beziehungen“ zu den Vereinigten Staaten aufnehmen könnte. Für das am meisten abgeschottete Land der Welt ist das ein großer Schritt.

          Denn der Herrschaftsanspruch der Kim-Dynastie basiert darauf, dass sie das Land vor einer Zerstörung durch die Vereinigten Staaten bewahren. Auch hat der Machthaber seinen Untertanen wirtschaftliche Verbesserungen in Aussicht gestellt, die er ohne eine Lockerung der Sanktionen nicht erreichen kann. 

          Dies ist ein außergewöhnlicher Gipfel, der nicht den üblichen Spielregeln folgt. Noch ist nicht einmal klar, ob es überhaupt eine Abschlusserklärung geben wird. Auch ist anders als sonst fast gar nichts darüber durchgedrungen, worauf sich die beiden Seiten verständigen könnten. Der amerikanische Außenminister Mike Pompeo hatte vage von „einzigartigen Sicherheitsgarantien“ für Nordkorea gesprochen. Worin die bestehen könnten, ist unklar. Es ist zu erwarten, dass sich Nordkorea in einer Abschlusserklärung zu einer Denuklearisierung bekennen wird.

          Doch wird es auch einen Zeitrahmen geben, Termine zu denen Pjöngjang sein Arsenal offenlegen, stilllegen und zerstören wird? Und werden Details in dem Dokument enthalten sein, wie eine Überprüfung der Zerstörung von statten gehen könnte? All das ist noch unklar. Die Spanne der Erwartungen ist groß.

          Skeptiker glauben, dass schon das Treffen des amerikanischen Präsidenten an sich, Kim Jong-un jene Legitimation verschafft, um die sein Vater und Großvater sich vergeblich bemüht hatten. Sie sind überzeugt, der Diktator strebe lediglich die Anerkennung seines Landes als Atomstaat an. Optimisten halten es für möglich, dass am Ende des Prozesses, der sicher Jahre dauern wird, eine völlig neue Sicherheitsarchitektur in der Region entstehen könnte.

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