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Katholische Kirche Amerikas : Moralpredigt für Biden

Gläubiger Katholik: Der amerikanische Präsident Joe Biden beim Gebet. Bild: AP

Einige Bischöfe haben ein schwieriges Verhältnis zum neuen katholischen Präsidenten – auch wegen seiner Haltung zur Abtreibung. Andere sind empört über den scharfen Ton gegenüber Biden.

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          Katholischer, so könnte man meinen, hätte die Amtseinführung des neuen amerikanischen Präsidenten kaum sein können: Joe Biden zitierte in seiner Ansprache aus dem „Gottesstaat“ des Kirchenlehrers Augustinus, den er als „Heiligen meiner Kirche“ vorstellte. Und das Gebet sprach der mit ihm befreundete Jesuit Leo O’Donovan, der akademischer Schüler eines der bedeutendsten katholischen Theologen des 20. Jahrhunderts war.

          Thomas Jansen

          Redakteur in der Politik.

          Am ersten Sonntag als neuer Präsident besuchte Biden dann die Messe in der Kirche zur Heiligen Dreifaltigkeit in Washington – und im Oval Office steht nun ein Porträt von Papst Franziskus. Aber ausgerechnet der Vorsitzende der amerikanischen Bischofskonferenz ließ wenig Freude darüber erkennen, dass nach Kennedy zum zweiten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten ein Katholik ins Weiße Haus eingezogen ist. Seine Erklärung zur Amtseinführung Bidens glich teils mehr einer Moralpredigt als einem Glückwunsch. Der Erzbischof von Los Angeles, José Horacio Gómez, schrieb darin zwar, er freue sich auf die Zusammenarbeit mit Biden und dessen Regierung. Es werde „erfrischend“ sein, mit einem Präsidenten zu tun zu haben, der „in einer tiefgehenden und persönlichen Weise“ um die Bedeutung von Religion und religiöser Institutionen wisse.

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