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Trump und seine Ärzte : Gesünder durfte keiner sein

War er da schon infizert? Trump am 30. September in Duluth im Staat Minnesota. Bild: Reuters

In den kommenden Tagen wird die Welt jedes Wort von Sean Conley sezieren. Der Fregattenkapitän ist der Leibarzt des an Covid-19 erkrankten Präsidenten. Darf man von ihm die ganze Wahrheit erwarten?

          5 Min.

          Solange Donald Trump twittern kann, solange wird die Regel gelten, die noch jeder seiner Kommunikationsdirektoren, Berater oder Emissäre lernen musste: Der Präsident ist sein eigener Sprecher. Trotzdem dürften in den kommenden Tagen vor allem die Mitteilungen eines Mitarbeiters studiert werden, der sonst selten im Rampenlicht steht: Sean Conley ist der „Physician to the President“, gewissermaßen der Leibarzt von Donald Trump. Schon seit 1928 gibt es diesen Posten im Weißen Haus. In fünf kargen Sätzen gab der Marineoffizier im Rang eines Fregattenkapitäns am Freitag in den frühen Morgenstunden bekannt, wie es um den Oberbefehlshaber und die First Lady stehe: positiv auf Sars-CoV-2 getestet, aber derzeit wohlauf. Zum Schluss eine Beschwichtigung: „Seien Sie meiner Erwartung versichert, dass der Präsident seinen Verpflichtungen während seiner Genesung ohne Unterbrechung nachkommen wird.“

          Andreas Ross

          Verantwortlicher Redakteur für politische Nachrichten und Politik Online.

          Trumps Stabschef Mark Meadows sprach am Freitag davon, dass der Präsident „milde Symptome“ aufweise. Die „New York Times“ wollte erfahren haben, dass bei Trump in den vergangenen Tagen Heiserkeit und Müdigkeit bis hin zur Schlappheit bemerkt worden seien – wofür bei einem 74 Jahre alten Politiker, der im Wahlkampfendspurt von Kundgebung zu Kundgebung hastet, gewiss nicht eine Infektionskrankheit verantwortlich sein müsste.

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