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Kandidatur angenommen : Joe Bidens wichtigste Rede

Joe Biden hält seine Nominierungsrede für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Bild: Reuters/Kevin Lamarque

Alle Augen auf Joe Biden: Zum Abschluss des Demokraten-Parteitags musste er Einigkeit und Zuversicht demonstrieren. Frühere Konkurrenten stellen sich hinter ihn.

  • Aktualisiert am
          4 Min.

          Zum Abschluss des Parteitags der amerikanischen Demokraten hat Joe Biden die Nominierung als Präsidentschaftskandidat angenommen und den Wählern „das Ende dieses Kapitels der amerikanischen Finsternis“ versprochen. „Vereint können und werden wir die Zeit der Dunkelheit in Amerika überwinden“, sagte der 77 Jahre alte Ex-Vizepräsident am Donnerstagabend (Ortszeit) in der bislang wichtigsten Rede seiner jahrzehntelangen politischen Karriere. Biden zieht am 3. November gegen den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump (74) in die Wahl.

          Biden versprach, sich für alle Amerikaner einzusetzen. „Während ich ein Kandidat der Demokraten sein werde, werde ich ein amerikanischer Präsident sein“, betonte er. „Ich werde für diejenigen, die mich nicht unterstützt haben, genauso hart arbeiten wie für diejenigen, die mich unterstützt haben.“ Er rief zur Überwindung der tiefen Gräben im Land auf. „Der gegenwärtige Präsident hat Amerika viel zu lange in Dunkelheit gehüllt“, sagte Biden. „Zu viel Wut. Zu viel Angst. Zu viel Spaltung. Der Präsident übernimmt keine Verantwortung, weigert sich zu führen, gibt anderen die Schuld, schmeichelt sich bei Diktatoren ein und schürt die Flammen des Hasses.“

          Trumps Versäumnisse „unverzeihlich“

          Biden warf Amtsinhaber Trump unverzeihliche Versäumnisse in der Corona-Pandemie vor. „Unser derzeitiger Präsident hat in seiner grundlegendsten Pflicht gegenüber der Nation versagt. Er hat uns nicht beschützt. Er hat Amerika nicht beschützt. Das ist unverzeihlich.“ Als Präsident werde er den Amerikanern ein Versprechen geben: „Ich werde Amerika beschützen, ich werde uns gegen jeden Angriff – sichtbar oder unsichtbar – verteidigen, immer, ohne Ausnahme, jedes Mal.“ Biden beklagte die mehr als 170.000 Toten in der Pandemie und warf Trump vor, noch immer keinen Plan zu haben, wie er die Krise in den Griff bekommen wolle. Der Republikaner habe bis heute nicht verstanden, dass sich die Wirtschaft nicht erholen werde und die Schulen nicht wieder sicher geöffnet werden könnten, solange er sich nicht mit dem Virus befasse.

          Unter ihm würden die Vereinigten Staaten sich der „existenziellen Bedrohung“ des Klimawandels stellen, so Biden. Nötige Investitionen könnten finanziert werden, indem die von Trump durchgesetzten Steuersenkungen für Vermögende rückgängig gemacht würden. Weiterhin versprach Biden, den Gesundheitssektor und das Sozialversicherungssystem zu stärken. Infolge des Tods des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz im Mai wolle er sich mit Nachdruck für das Ausmerzen des „systematischen Rassismus“ einsetzen. Biden, Barack Obamas früherer Vizepräsident, zieht mit der 55 Jahre alten Senatorin Kamala Harris als Vizepräsidentschafts-Kandidatin in die Wahl.

          Biden trat in seinem Wohnort Wilmington (Delaware) auf. Der Parteitag fand wegen der Coronavirus-Pandemie in stark komprimierter Form und weitgehend virtuell statt.

          Ehemalige Widersacher werben für Biden

          Zuvor hatten sich zahlreiche frühere Konkurrenten um die Präsidentschaftskandidatur hinter den designierten Kandidaten gestellt. Die Senatoren Bernie Sanders, Elizabeth Warren, Cory Booker und Amy Klobuchar riefen zur Wahl von Biden auf. Auch der frühere Bürgermeister von South Bend, Pete Buttigieg, der Ex-Kongressabgeordnete Beto O’Rourke, der Technologie-Unternehmer Andrew Yang und der Milliardär und frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg warben für Biden.

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