https://www.faz.net/aktuell/politik/von-trump-zu-biden/joe-bidens-attacke-gegen-putin-ein-moerder-im-kreml-17249931.html
 

„Mörder“ im Kreml : Biden greift Putin an

  • -Aktualisiert am

Niemals beste Freunde: Der damalige amerikanische Vize-Präsident Joe Biden und Russlands Präsident Wladimir Putin 2011. Bild: AFP

Auf eine Männerfreundschaft mit dem Machthaber in Moskau ist der amerikanische Präsident nicht aus. Bei seinem Vorgänger war das anders.

          1 Min.

          Es hat nicht die „Qualität“ jener Rede von 1983, in der Reagan die Sowjetunion als „evil empire“ bezeichnete. Aber die Frage zu bejahen, ob er, Joe Biden, den russischen Präsidenten für einen Mörder halte, kommt angesichts der aggressiven russischen Außenpolitik und des immer brutaleren Vorgehens des Kreml im Inneren dem historischen Vorläufer ziemlich nahe.

          Der amerikanische Präsident ließ offen, welche Tat(en) er Putin im einzelnen zur Last legt, von denen es nicht wenige gibt: den Krieg im Osten der Ukraine, den Abschuss eines Verkehrsflugzeugs, die Bombardierung von Spitälern in Syrien, Unterdrückung und physische Bedrohung der russischen Opposition. Auch so ist klar, dass er keine Männerfreundschaft zu dem russischen Machthaber im Sinn hat.

          Das ist der Grund, warum Putin höchstpersönlich Maßnahmen billigte, die im Wahlkampf Trump zugute kommen sollen. Der Bericht amerikanischer Geheimdienste lässt wenig Zweifel, dass es diese Einflussversuche gab. Putin war so an Trumps Wiederwahl interessiert, weil dessen erste Amtszeit aus russischer (und chinesischer) Sicht „wichtige“ Akzente gesetzt hatte: Die amerikanische Politik versank im Chaos, Washingtons Verhältnis zu Verbündeten war zerrüttet. Unter Trump II wäre es so weitergegangen.

          Biden dagegen will den Zerfall des Westens stoppen. Dazu gehört es, dessen Feinden die Stirn zu bieten. Einen skrupellosen Herrscher wie Putin beeindruckt Leisetreterei nicht, mögen seine westlichen Söldner auch anderes behaupten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Chefin der Fratelli d’Italia, Giorgia Meloni

          Nachwahlbefragung : Rechtsbündnis um Meloni steht vor Wahlsieg in Italien

          Jubeln kann vor allem die Partei Fratelli d’Italia um Giorgia Meloni, die laut ersten Prognosen mit Abstand stärkste Kraft geworden ist. Meloni dürft damit die künftige Regierung als erste Ministerpräsidentin Italiens anführen.
          Droht dem Westen: Der russische Präsident Wladimir Putin am 21. September 2022

          Putins neue Drohungen : Szenarien für den nuklearen Ernstfall

          Putin hat schon früher mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Diesmal sagt er, er bluffe nicht. Washington hat dafür Szenarien ausgearbeitet und Moskau gewarnt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.