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Sieg für Joe Biden : „Es ist Zeit, die Wut hinter uns zu lassen“

  • Aktualisiert am

Hat das Rennen um die Präsidentschaft nach Ansicht amerikanischer Nachrichtensender gewonnen: Joe Biden Bild: dpa

Joe Biden gewinnt die Präsidentenwahl in Amerika. Nachdem der Vorsprung für den Demokraten in Pennsylvania größer wird, legen sich mehrere amerikanische Medien auf den Sieger fest. Biden ruft zur Versöhnung auf, Donald Trump will seine Niederlage nicht anerkennen.

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          Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat nach Erhebungen und Prognosen von amerikanischen Medien die Wahl in den Vereinigten Staaten gewonnen. Die Nachrichtenagentur AP und mehrere amerikanische Sender sahen am Samstag Biden nach dem Sieg im Schlüsselstaat Pennsylvania bei über 270 Wahlleuten und damit uneinholbar vor Amtsinhaber Donald Trump.

          Biden rief die Amerikaner zur Einheit auf. Es sei Zeit, das Land zusammenzuführen und zu heilen, sagte Biden in einer Erklärung am Samstag. „Nun da der Wahlkampf vorbei ist, ist es Zeit, die Wut und die harsche Rhetorik hinter uns zu lassen, und als Nation zusammenzukommen.“ Und weiter: „Wir sind die Vereinigten Staaten von Amerika“, schrieb Biden weiter. „Und es gibt nichts, das wir nicht tun können, wenn wir es zusammen tun.“

          Senatorin Kamala Harris, die als erste Frau und schwarze Amerikanerin Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten würde, schrieb auf Twitter: „We did it, Joe“. In dem Beitrag ist zudem ein Video von Harris zu sehen, wie sie Biden telefoniert und lachend sagt: „Du wirst der nächste Präsident der Vereinigten Staaten“.

          Donald Trump will seine Niederlage nicht eingestehen. Kurz nach Bekanntgabe des Wahlsiegs von Biden kündigte Trump an, rechtlich dagegen vorzugehen. Sein Wahlkampfteam wolle sicherstellen, dass die Wahlgesetze eingehalten wurden und der rechtmäßige Sieger ins Weiße Haus einzieht, hieß es in einer Mitteilung Trumps. Trump hatte mehrfach gesagt, dass es bei der Wahl und der Auszählung zu Betrug gekommen sei. Beweise dafür blieb er schuldig.

          Trump stellt sich als Opfer systematischen Wahlbetrugs dar, ohne stichhaltige Beweise für seine Behauptungen vorzulegen. Wegen der Corona-Pandemie hatten Millionen Amerikaner per Brief abgestimmt, weshalb sich die Auszählung der Stimmen hingezogen hatte.

          In der Wahlnacht hatte Trump sich im Weißen Haus während der laufenden Auszählung zum Sieger erklärt und angekündigt, seinen Anspruch vor das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten zu bringen. In den vergangenen Tagen machte er wiederholt deutlich, dass er sich weiter als legitimer Sieger der Wahl sieht. Schon zuvor hatte der 74-Jährige offen gelassen, ob er das Wahlergebnis akzeptieren würde, und hatte eine friedliche Machtübergabe nicht garantieren wollen.

          Unterdessen gratulierten mehrere Staats- und Regierungschefs Biden zum Wahlsieg. „Ich wünsche ihm von Herzen Glück und Erfolg und gratuliere ebenso Kamala Harris, der gewählten ersten Vizepräsidentin ihres Landes“, hieß es etwa von Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer über Twitter verbreiteten Stellungnahme. Auch der französische Staatschef Emmanuel Macron und der britische Premierminister Boris Johnson übermittelten Biden ihre Glückwünsche.

          Mit dem 77 Jahre alten Biden geht nun wieder ein Berufspolitiker als Sieger der Wahl hervor, nachdem der Unternehmer Trump vor vier Jahren einen Überraschungssieg eingefahren hatte. Biden hatte die Wahl seit Bekanntgabe seiner Kandidatur gegen Trump zum „Kampf um die Seele dieser Nation“ erklärt.

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