https://www.faz.net/-gpf-9o2nb

Iran : Europäer am Zug

  • -Aktualisiert am

Amerikas Präsident Trump und der saudi-arabische Kronprinz Muhammad Bin Salman bei einem Treffen im Weißen Haus im März 2018 Bild: Reuters

Wer Trump und Konsorten davon abhalten will, sich gegen Teheran in ein militärisches Abenteuer zu stürzen, muss bereit sein, den diplomatischen Druck spürbar zu erhöhen.

          1 Min.

          Wenn es jemanden gibt, dessen Staatskunst in der westlichen Welt stärker in Zweifel steht als die des Präsidenten Donald Trump, dann ist es der saudische Kronprinz Muhammad Bin Salman. Beide haben Iran der jüngsten Angriffe auf Tankschiffe bezichtigt.

          Nachdem die Amerikaner aber trotz Feststellung einer „Bedrohung des Weltfriedens“ Zurückhaltung an den Tag legen und Trump noch nicht einmal seinen Sicherheitsberater John Bolton mit dem Säbel rasseln lässt, zeigt der Kronprinz Ungeduld. Er sieht seine (und Trumps) Forderung bestätigt, dass „die internationale Gemeinschaft entschlossen gegen das expansionistische“ Iran vorgehen müsse.

          Vor allem die Europäer müssen nun damit rechnen, noch stärker bedrängt zu werden, ihre Iran-Politik zu ändern. In ihrem Bemühen, das von Trump torpedierte Atomabkommen zu retten, sind sie zu einer Art De-facto-Verbündeten Irans geworden. Doch wer Trump und Konsorten davon abhalten will, sich nach Teherans nächstem „Nadelstich“ doch in militärische Abenteuer zu stürzen, muss bereit sein, den diplomatischen Druck spürbar zu erhöhen.

          Andreas Ross

          Verantwortlicher Redakteur für politische Nachrichten und Politik Online.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Nawalnyj bleibt bei seinem Hungerstreik

          Trotz Verlegung : Nawalnyj bleibt bei seinem Hungerstreik

          Nawalnyjs Stabschef hat die Verlegung des Oppositionellen in eine andere Strafkolonie bestätigt. Er setze den Hungerstreik dort fort. In der russischen Gesellschaft wächst der Druck auf den Kreml.

          Topmeldungen

          Markus Söder und Armin Laschet bei der Jahreskonferenz der Ministerpräsidenten

          Söder oder Laschet? : Eigentümlich inhaltsleer

          Zwei Politiker zogen in einen Wettkampf, der keine Spielregeln hat. Nicht der Streit ist darum das Problem, sondern seine Formlosigkeit auf offener Bühne.

          K-Frage der Union : Der entspannte Herr Söder

          In einem Auftritt vor der Presse gibt sich CSU-Chef Markus Söder auffallend konziliant und bekundet „Respekt vor allen Gremien“ der CDU. Sieht so jemand aus, der fürchten müsste, dass sich die Schwesterpartei am Abend gegen ihn ausspricht?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.