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Hohe Beteiligung : Amerikas Wähler spüren, was auf dem Spiel steht

  • -Aktualisiert am

Andrang schon vor der Wahl: Amerikaner geben in New York ihre Stimme ab. Bild: dpa

Die Wahlbeteiligung in Amerika ist so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Das ist ein gutes Zeichen für die Demokratie. Es könnte ein Vorteil für Biden sein.

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          In manchen Ländern ist eine hohe Wahlbeteiligung, sieht man von Wahlpflicht ab, ein Indiz für politisches Interesse und für ein staatsbürgerliches Grundverständnis; in anderen Ländern, wo die Beteiligung notorisch niedrig ist, werden dahinter umgekehrt Gleichgültigkeit oder Politikverdrossenheit vermutet. In der Regel ist die Wahlbeteiligung in den Vereinigten Staaten (viel) geringer als in europäischen Demokratien. In diesem Jahr verbietet sich jedwedes Naserümpfen. Die Beteiligung an der Präsidentenwahl wird so hoch sein wie seit vielen Jahrzehnten nicht mehr; in absoluten Zahlen wird es einen Rekord geben. Schon jetzt haben mehr als siebzig Millionen „Frühwähler“ ihre Stimme abgegeben. Das ist mehr als die Hälfte derer, die 2016 insgesamt an der Wahl teilgenommen haben. Es ist beispiellos.

          Ganz offenkundig sind die Wähler animiert, ist ihr Enthusiasmus groß. Wie erfolgreich die Registrierungskampagnen der beiden großen Parteien und einschlägiger NGOs sind, zeigt sich schon vor dem „Hauptwahltag“ in den langen Schlangen vor den Wahllokalen. Oder ganz banal, doch demokratiepolitisch bedeutsam: Die Wähler spüren, dass und wie viel für das Land, das so zerrissen und aufgewühlt ist, auf dem Spiel steht. Sie haben eine klare Alternative. Die Corona-Pandemie hat viele Wähler dazu veranlasst, schon früh abzustimmen. Es kann aber auch sein, dass Präsident Trumps Kampagne, Briefwahl zu diskreditieren, nach hinten losgegangen ist. Vorteil Biden?

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